
5. Erkrankungen an Federn und Haut
Die Haut der Vögel ist wesentlich dünner und empfindlicher als bei anderen Tieren. An vielen Stellen wie an den Flügelspitzen und Ständern hat sie eine enge Beziehung zum Skelett. Nur an vergleichsweise wenigen Bereichen liegt noch Muskulatur zwischen Haut und Skelett. Die Haut besteht aus der Oberhaut (Epidemis), der bindegewebigen Lederhaut (Corium) und der Unterhaut (Subcutis) mit Fettzellen. Deutlich sichtbar ist der Unterschied der Haut an befiederten und nicht befiederten Stellen wie den Beinen und den Zehen. Hier ist die Epidemis wesentlich dicker als an den vom Federkleid geschützten Körperflächen. In der Oberhaut und der Lederhaut werden die Federn gebildet.
Die Entstehung der Federn und der Aufbau des gesamten Federkleides ist überaus faszinierend. Erstes Zeichen, dass sich eine Feder entwickelt, ist eine scheibenförmige Verdickung an der Oberhaut. Dann bildet sich eine spitze Erhebung, die im weiteren Verlauf in die Haut einsinkt. Der Federfollikel ist entstanden. Es besteht aus der Oberhaut und Lederhaut. Im Mark des sich entwickelnden Federkerns befinden sich je eine Arterie und Vene; im Verlauf der Federreifung bildet sich das Mark zurück. Wenn eine noch nicht ausgereifte Feder ausgerissen wird, kommt es daher zu erheblichen Blutungen. Aber auch beim Rupfen ausgewachsener Federn entstehen Blutungen, da die Verbindung der Federn zum Follikel und zur stark durchbluteten sogenannten Lederhautpapielle zerrissen wird.
Die meisten Vogelarten wechseln mindestens einmal im Jahr ihr Federkleid; diesen Vorgang nennt man Mauser.
Erkrankungen der Haut und Störungen des Federwuchses kann der aufmerksame Tierhalter meist leicht erkennen und entsprechend behandeln.
a) Hautverletzungen
Krankheitsbild
Verklebte, teilweise blutverschmierte Federn sind Anzeichen für eine Verletzung der Haut.
Wichtig: Das Tier sollte sofort gründlich untersucht werden, denn schon geringer Blutverlust kann zum Tode führen. Eine Wundinfektion tritt dagegen bei Vögeln selten auf.
Ursachen
Verletzungen können bei in Gruppen gehaltenen Vögeln durch Rangkämpfe oder andere Aggressionen entstehen. Ungeeignete Käfigeinrichtung (Spielzeug), Katzen oder Unfälle beim Freiflug sind ebenfalls mögliche Ursachen. Crash - Landungen führen zu Verletzungen am Brustbein.
Selbstmaßnahmen
Vögel haben im Allgemeinen eine gute Wundheilung. Riss und - Schnittwunden betupfen Sie bitte sofort mit einem in Eisenchlorid getauchten Wattestäbchen, um die Blutung zu stillen. Sie können auch blutstillende Watte verwenden. Zur Nachbehandlung nehmen Sie Arnica - Tinktur oder Traumeel Salbe.
Wann zum Therapeuten?
Große Wunden müssen vom Tierarzt genäht werden, damit keine kahlen Stellen zurückbleiben. Liegt Knochengewebe offen, müssen chirurgische Maßnahmen erfolgen.
Vor- und Nachsorge
Wenn Sie Vögel neu zusammensetzen wollen, sollten Sie diese eine Weile beobachten wie sie sich vertragen. Besser ist es immer, wenn sich die Vögel erst einige Zeit auf Entfernung in getrennten Käfigen kennenlernen können. Selbst unter Vogelgruppen, die als recht friedlich gelten wie den Prachtfinken, gibt es ausgesprochen zänkische Arten. Achten Sie darauf, dass Käfige oder Volieren keine scharfen Kanten oder Spitzen haben an denen sich die Vögel verletzen könnten. Katzen sollten nicht ohne Aufsicht an den Käfig kommen dürfen, auch, wenn nicht alle Katzen versuchen, Vögel in Käfigen zu fangen. Bevor Sie Ihren Vogel frei fliegen lassen, sollten Sie die Umgebung genauestens auf Verletzungsgefahren hin überprüfen!!
b) Rote Milben
Bei einzeln gehaltenen Stubenvögeln taucht dieser Parasit (Schmarotzer an und in einem Lebewesen) selten auf, in Volieren dagegen sehr häufig. Milben gehören zu den Spinnentieren. Sie haben acht Beine und sind sehr beweglich. Die Weibchen legen ihre Eier in Ritzen ab.
Krankheitsbild
Die Vögel sind nachts sehr unruhig. Im fortgeschrittenen Stadium ist die Haut auffallend blass, die Tiere magern ab und können sogar sterben. Vor allem Nestlinge werden plötzlich tot gefunden. Betroffene Vögel nesteln nervös am Gefieder. Hängt man nachts den Käfig oder die Voliere mit einem weißen Tuch ringsherum zu, so finden sich am nächsten Morgen bei genauerem Hinsehen wahrscheinlich zahlreiche dunkelrote oder schwarze Pünktchen, die sich unter der Lupe als Milben entpuppen.
Wichtig: Während sich ein Befall mit der roten Vogelmilbe in nächtlicher Unruhe äußert, sind Vögel, die unter der Nordischen Vogelmilbe (verursacht Blutarmut) leiden, tagsüber unruhig.
Ursachen
Die Vögel sind mit der Roten Vogelmilbe befallen. Vor allem in warmen Sommern tritt dieser nachtaktive, etwa 0,6 mm große Parasit massenhaft auf. Er vermehrt sich rasend schnell. In der Dunkelheit saugt er das Blut der Vögel, bei Tagesanbruch versteckt er sich im Nistmaterial, in Rillen und Ritzen des Käfigs oder in der Umgebung. Manchmal findet man vereinzelte Milben auch unter den Flügeln und der Ellenbogen - und Schulterbeuge.
Selbstmaßnahmen
Säubern Sie den Käfig oder die Voliere und alle darin enthaltenen Gegenstände so gründlich wie möglich mit heißem Wasser, dem sie am besten noch Soda zufügen. Achten Sie besonders auf alle Holzteile, Ritzen und Rillen. Kontrollieren Sie auch die Umgebung des Käfigs. Wandritzen, Gardinen etc. bieten den Milben gute Verstecke. Wechseln Sie bei einem Befall auch die Bodeneinstreu und das Nistmaterial aus.
Anschließend sprühen Sie den Käfig oder die Voliere und alles was sich dort drin befindet sehr intensiv mit Exner Petguard ein. Dieses Mittel ist vollkommen ungiftig und daher hervorragend geeignet für die Maßnahmen am Vogel selbst und seiner Umgebung. Die Vögel brauchen bei der Sprühbehandlung aus dem Käfig oder der Voliere nicht herausgeholt werden. Exner Petguard wirkt nicht wie die üblichen Insektizide über Giftstoffe, sondern mechanisch, indem es die Atemwege der Parasiten verklebt. Für Vögel ist es nicht schädlich, sondern hat im Gegenteil noch einen pflegenden Effekt. Auch die Vögel müssen gründlich eingesprüht werden, vor allem unter den Flügeln. Diese Maßnahmen sollten täglich über zehn Tage erfolgen und dann im weiteren Verlauf noch einmal wöchentlich über mindestens drei Wochen, um sicher zu gehen, dass auch alle Nachkommen der Milben erwischt wurden.
Wichtig: Benetzen Sie niemals ein Gelege mit diesem Mittel!!! Es würde die Poren der Eier verstopfen, woran die Vogelembryonen ersticken können. Zur Regenerierung nach den Blutverlusten sollten Sie den Vögeln 1 ml Plastisam auf 50 ml Trinkwasser über 14 Tage reichen.
Wann zum Therapeuten ?
Sollte Ihre Sprühbehandlung allen Erfahrungen zum Trotz keine ausreichende Wirkung zeigen, müssen Sie sich ein für Vögel geeignetes Insektizid geben lassen.
Wichtig: Viele der handelsüblichen Schädlingsbekämpfungsmittel sind für empfindliche Vogelarten hochgiftig. Lassen Sie sich nicht dazu verleiten, ohne Rücksprache mit einem Tierarzt solche Mittel einzusetzen. Es nützt Ihnen nichts, wenn zwar die Parasiten schneller ausgerottet sind, aber die Vögel schwere Leberschäden davon tragen oder ebenfalls sterben.
Vor - und Nachsorge
Kontrollieren Sie Käfig, Voliere, Nester und alle Einrichtungsgegenstände regelmäßig auf Milben. Wechseln Sie nach der Aufzucht das Nistmaterial aus. Beobachten Sie bitte, ob Ihre Vögel nachts unruhig werden. Machen Sie auch ab und zu (auch nach der Behandlung) die Probe mit dem weißem Tuch über dem Käfig.
c) Grabmilben
Ein Befall mit Grabmilben ist auch unter "Schnabelräude", "Schnabelschwamm" und "Kalkbeine" bekannt.
Krankheitsbild
Grauweiße, poröse, schwammähnliche Wucherungen ziehen sich über Schnabelansatz, Nase und Augenbereich. Auffällig sind unzählige, winzige Bohrlöcher, die der Erkrankung die Bezeichnung "Schnabelschwamm" gegeben hat. Auch die Ständer, Füße und die Kloake können mit kalkigen, porösen Massen bedeckt sein (Kalkbeine). In weit fortgeschrittenen, schweren Fällen können sich diese krustigen Auflagerungen über den ganzen Körper ziehen. Sie lassen sich leicht entfernen. Die Haut ist verdickt und die von den Grabmilben gefressenen Gänge (die kleinen Bohrlöcher) sind deutlich zu erkennen. Die Vögel jucken und scheuern sich, reißen sich Federn aus und fügen sich mit dem Schnabel selbst Verletzungen zu. An befallenden Hautstellen sind die Federn meist verschwunden. Am Schnabel bleiben oft Deformationen zurück.
Ursache
Verursacher der Wucherungen am Schnabel ist die Grabmilbe Cnemidocoptes pilae. Die sogenannten Kalkbeine werden von einer verwandten Art, der Grabmilbe Cnemidocoptes mutans verursacht. Die ca. 0,4 mm große Milbe frisst Gänge in die obere Haut, befällt aber auch Federfollikel. Sie verbringt ihren gesamten Lebenszyklus auf dem Vogelwirt. Die Grabmilben werden von Altvögeln auf Nestlinge übertragen. Die Erkrankung bricht im Allgemeinen im Zusammenhang mit einer verminderten Widerstandskraft oder anderen Infektionen aus. Auch schlechte Haltungsbedingungen können dafür verantwortlich sein.
Selbstmaßnahmen
Die Auflagerungen auf der Haut werden mit Glycerin aufgeweicht und vorsichtig entfernt. Dann folgt eine tägliche Sprühbehandlung mit Exner Petguard über ein bis zwei Wochen. Das Mittel kann auch aufgetupft werden. Wichtig ist eine völlige Durchnässung der betroffenen Bereiche. Geben Sie außerdem unterstützend ein gutes Multivitaminpräparat im ausreichendem Vitamin- A- Anteil über das Trinkwasser.
Wann zum Therapeuten?
Wenn das Allgemeinbefinden gestört ist und Ihre Behandlung innerhalb von drei bis vier Tagen keinerlei Besserung zeigt, sollten Sie mit Ihrem Vogel den Tierarzt aufsuchen.
Vor- und Nachsorge
Sorgen Sie für eine artgerechte Haltung und Ernährung. Achten Sie dabei auch auf genügend Grünfutter, Möhren und Obst. Sprühen Sie Ihren Vogel vorsorglich einmal die Woche mit Exner Petguard ein.
Rasse-Dispositionen
Schnabelschwamm findet man vor allem bei Wellensittichen und (seltener) bei Papageien. Betroffen sind meist Jungvögel. Singvögel wie Kanarien und Prachtfinken leiden häufig unter Kalkbeinen
d) Weitere Ektoparasiten
Weitere Ektoparasiten auf Haut und Federn sind Hautmilben, Federmilben, Federspulmilben, Federlinge, Läuse, Lausfliegen und Zecken.
In Wohnungen gehaltene Vögel kommen viel seltener mit solchen Schädlingen in Berührung als Tiere, die in Freivolieren leben oder deren Käfig nach draußen gestellt wird. Dies sollte aber nicht grundsätzlich gegen einen Aufenthalt im Freien sprechen!! Gefährdete Vögel sollten regelmäßig genau beobachtet werden und bei Verdacht gründlich auf Befall mit Ektoparasiten untersucht werden. Milben können Infektionskrankheiten übertragen.
Krankheitsbild und Ursachen
Die meisten dieser Parasiten lassen sich schon mit bloßen Augen erkennen, wenn Sie die Federn und die Haut - vor allem auch unter den Flügeln - inspizieren. Fast immer sieht das Federkleid zerrupft oder ungepflegt aus, die Vögel sind unruhig, putzen sich übermäßig und reißen sich auch die Federn aus.
Neben der Roten Vogelmilbe kommen noch weitere Arten von Hautmilben vor allem bei vielen Singvögeln vor. Das Federkleid ist zerrupft, die Haut entzündet, die Vögel sind auch tagsüber unruhig. Manche Milben, wie die Nordische Vogelmilbe, verursacht Blutarmut. Einige Milben verbergen sich unter kleinen weißen Gespinsten.
Federspulmilben oder Federbalgmilben nisten in der Federspule der Flügel- und Schwanzfedern ein, was Entzündungen hervorruft. Die Federn fallen aus, brechen ab oder bleiben unterentwickelt. Das Federkleid ist mir einer puderigen Masse gefüllt. Manchmal zeigen sich auch Tumor - oder zystenartige Gebilde in der Haut, in denen nach Öffnen die Milben und zerstörte Federteile zu finden sind.
Federlinge sind die häufigsten Parasiten an der Feder. Sie ernähren sich im allgemeinen von Hautschuppen und vom Keratin der Federn, einige Arten nehmen auch Blut auf. Bei starkem Befall sind die Federn zerrupft und abgenagt. Wahrscheinlich durch Reizung der sensiblen Fadenfedern rufen Federlinge starken Juckreiz hervor. Die Vögel sind sehr unruhig. Bei genauerem Hinsehen findet man an den Federn die braunen, 1 bis 3mm langen Federlinge und die aschgrauen Eigelege.
Lausfliegen und Läuse können meist vom Vogel selbst durch seine ausgiebige Federpflege in Schach gehalten werden. Sie irritieren die Vögel aber seht stark und können auch andere Krankheiten übertragen. Bereits geschwächte Tiere können vor allem die blutsaugenden Lausefliegen gefährlich werden.
Zecken gelangen zwar selten auf in Gefangenschaft gehaltenen Vögel, können aber durch Gift, was sie beim Biss ausschütten, bei den kleineren Arten tödliche Blutergüsse hervorrufen.
Die Ziervögel können sich die Parasiten durch Kontakt mit Wildvögeln oder Aufenthalt im Freien aufschnappen. Neuerwerbungen können bereits befallen sein.
Selbstmaßnahmen
Falls Sie mehrere Vögel halten und nicht alle die gleichen Symptome zeigen, sollten zuerst die befallenen von den gesunden Vögeln getrennt werden. Inspizieren Sie die Vögel genau. Größere Parasiten können abgesammelt werden, Zecken vorsichtig herausdrehen. Sprühen Sie über drei Wochen täglich das Federkleid und die Haut des Vogels vollständig mit Exner Petguard ein. Reinigen Sie auch die Voliere bzw. den Käfig und alle Einrichtungsgegenstände gründlich und wechseln auch Einstreu und Nistmaterial. Anschließend sollten Sie auch die Voliere bzw. den Käfig gründlich einsprühen. Geben Sie den Vögeln zum Aufbau über 14 Tage 1ml Plastisan auf 50ml Trinkwasser.
Wichtig: Größere Parasiten wie Zecken sollten manuell entfernt werden, denn bei ihnen wirkt Exner Petguard nicht mehr ausreichend.
Wann zum Therapeuten?
Falls trotz Ihrer Behandlung der Parasitenbefall nicht ganz zurück gehet, sollten Sie den Tierarzt aufsuchen.
Welche Therapiemaßnahmen beim Therapeuten?
Der Tierarzt wird Ihnen sicher ein vogelverträgliches Insektizid geben. Haben Sie Federbalgzysten entdeckt, wird diese ausgeräumt.
Vor- und Nachsorge
Beobachten Sie Ihre Vögel regelmäßig und ausgiebig. Wenn Sie einen neuen Vogel erworben haben, sollten Sie ihn mindestens zwei Wochen separat in "Quarantäne" halten. Sprühen Sie den/die Vögel und ihre Behausung in regelmäßigen Abständen vorsorglich mit Exner Petguard ein. Achten Sie unbedingt auf Hygiene. Milben können auch Menschen befallen!!
e) Ekzeme
Viele Ursachen für Hautkrankheiten lassen sich für den Laien nur schwer diagnostizieren. So beispielsweise Ekzeme. Betroffen sind Kopf, Hals und Rumpf der Vögel.
Krankheitsbild
Die Haut ist häufig etwas verdickt, befallende Stellen sind nicht klar umgrenzt. Die Oberfläche der Hautbezirke nässt oft und ist himbeerrot gefärbt. Auflagerungen oder Krusten können entstehen. Örtlich ist Federausfall zu beobachten. Der Vogel knabbert oder kratzt an den juckenden Stellen. Manchmal tritt gleichzeitig leichter Durchfall auf.
Ursachen
Stoffwechselentgleisungen oder Störungen der Leber oder Nieren sind häufig die Ursache von Ekzemen. Über die Haut werden dann harnpflichtige Stoffe und andere Stoffwechselprodukte ausgeschieden. Aber auch unsauberes Trinkwasser oder verschmutzte Futtergefäße sowie verdorbenes Futter und falsche Futterzusammenstellung können Ekzeme auslösen
Selbstmaßnahmen
Geben Sie einen Vitamin A- Zusatz ins Trinkwasser. Eine örtliche Behandlung der erkrankten Haut ist nicht ratsam, da dadurch diese Stellen nur zusätzlich gereizt würden.
Wichtig; Verwenden Sie niemals Hautsalbe oder Lotionen, die Sie selbst für die Behandlung von Ekzemen oder ähnliches bekommen haben. Viele enthalten Zusatzstoffe, die hochgiftig sind für Vögel.
Wann zum Therapeuten?
Verschwinden die Merkmale trotz Behandlung nicht nach einer Woche, ist der Tierarzt um Rat zu fragen. Wenn der Allgemeinzustand allerdings sehr schlecht ist, sollten Sie sofort einen Tierarzt aufsuchen!!
Vor - Nachsorge
Eine artgerechte Ernährung mit ausreichendem Vitamin -A- Anteil ist ein wesentlicher Beitrag zur Vorsorge. Das Futter und die Futtergefäße müssen in einwandfreiem Zustand sein. Schützen Sie Ihren Vogel vor der Aufnahme andere giftiger Stoffe.
f) Pilzerkrankungen der Haut
Falls Sie bei Ihrem Vogel Hautveränderungen entdecken sollten, die trotz Behandlung nicht besser werden, kann es sich um eine Pilzerkrankung handeln, insbesondere wenn noch Störungen der Atemwege auftauchen.
Krankheitsbild
Auf der Haut sind runde, abgegrenzte, schuppige Stellen zu sehen, die Veränderungen erscheinen flächig. Die Haut in der Umgebung ist intakt. Der Rand sieht bräunlich - weiß aus, während des Zentrum grau- weiß verändert ist. Die Hautveränderungen können allerdings - ja nach Art des Pilzes auch andere Formen annehmen.
Ursachen
Verursacher dieser Hautveränderungen können Pilze oder Hefen sein. Es kommen über zehn verschiedene Arten in Frage - mit unterschiedlichen Krankheitsbildern. Pilze haben vor allem dann eine Chance sich anzusiedeln, wenn das Tier in seiner Widerstandskraft geschwächt ist oder wenn die Haut schon vorgeschädigt ist, etwa durch Milbenbefall.
Wichtig: Sollten gleichzeitig Symptome einer Atemswegserkrankung auftauchen, ist höchste Alarmstufe gegeben, Pilze können auch die Atemwegsorgane befallen, und das ist lebensbedrohlich.
Selbstmaßnahmen
Betupfen Sie die befallenen Hautpartien mittels eines Wattestäbchens täglich über zwei Wochen mit Jodglycerin 1:5 oder mit Teebaumöl. Fügen Sie dem Trinkwasser zusätzlich Vitamine zu, vor allem ausreichend Vitamin A.
Wann zum Therapeuten?
Wenn das Allgemeinbefinden des Vogels schlecht ist, wenn Sie zusätzlich eine Erkrankung der Atemwege vermuten oder wenn die Hautveränderungen trotz Behandlung nicht innerhalb weniger Tage besser werden, sollten Sie einen Tierarzt aufsuchen.
Vor-und Nachsorge
Überprüfen, ob Haltungs- und Ernährungsbedingungen optimal sind. Ausreichende Versorgung mit Vitamin A sicherstellen.
g) Kammgrind
Diese Erkrankung wird auch Favus genannt.
Krankheitsbild
Auf dem Oberkopf, besonders um die Federkiele herum, bildet sich ein weißer, schimmelähnlicher Belag in Form von Flecken und Borken. Betroffen ist oft auch das Gesicht. Der Prozess dringt in die Federfollikel ein und führt zu Federausfall. Der Vogel magert ab.
Ursachen
Kammrind wird durch den Pilz Trichophyton hervorgerufen. Die Pilze werden durch direkte Berührung und über die Luft übertragen.
Selbstmaßnahmen
Isolieren Sie den befallenen Vogel. Käfig und Einrichtung werden gründlich abgewaschen oder auch ganz ausgewechselt. Behandeln Sie die erkrankten Stellen täglich gründlich mit Jodglyerin 1:5. Sorgen Sie für ausreichende Vitaminzufuhr und optimale Haltungsbedingungen. Geben Sie außerdem über das Trinkwasser zwei Wochen lang Plastisan 1ml auf 100ml Wasser.
Wann zum Therapeuten?
Wenn nach fünf Tagen keine Besserung eintritt, sollte der Tierarzt aufgesucht werden.
Vor-und Nachsorge
Nicht artgerechte Fütterung und Haltung können die Abwehrkräfte Ihrer Vögel schwächen; Pilze und damit auch Favus haben dann ein leichtes Spiel. Achten Sie auf optimale Haltungsbedingungen.
Rasse- Dispositionen
Abgesehen von Hühnern ist die Krankheit bei Kanarienvögeln und einige anderen Ziervögeln beobachtet worden.
h) Warzen
Krankheitsbild
Zu sehen sind erhabene, abgegrenzte, tellerförmige oder gestielte Hautbildungen mit höckeriger und trockender Oberfläche. Sie sind häufig an Augenlidern und Schnabelwinkel, aber auch in der Kloake zu finden.
Ursachen
Diese Hautveränderungen sind wahrscheinlich Warzen bzw. gutartige Hautgeschwülste, die vom Papillomavirus hervorgerufen werden. Die Krankheit bricht unter Stress oder nach kleineren Hautverletzungen aus.
Selbstmaßnahmen
Wichtig: Versuchen Sie keinesfalls, diese Zubildungen zu entfernen. Es kommt dabei zu starken Blutungen mit hohem Blutverlust, der tödlich sein kann!!!
Wann zum Therapeuten?
Sollten sich nach zwei Wochen keine Änderungen zeigen, ist der Tierarzt gefragt.
Welche Therapiemaßnahmen beim Therapeuten?
Er kann die Zubildungen mit Laser und Elektrochirugie entfernen.
Vor - und Nachsorge
Vermeiden Sie Stresssituationen für Ihren Vogel.
Rasse - Dispositionen
Diese Hautzubildungen sind vergleichsweise öfter bei Graupapageien, Aras und Amazonen gefunden worden.
i) Xanthomatose
Krankheitsbild
Die Haut ist stellenweise geschwulstartig verändert, hochgradig verdickt, ockergelb verfärbt, von meist brüchiger Beschaffenheit und kräftig durchblutet. Die Vögel picken diese Hautveränderung (Xanthomatose) meistens auf, lebensgefährliche Blutungen können dabei verursacht werden.
Ursachen
Die Ursachen für diese geschwulstartigen Hautveränderungen sind bis heute nicht eindeutig geklärt.
Selbstmaßnahmen
Stillen Sie die Blutung sofort mit einem in Eisenchlorid getauchten Wattestäbchen. Selbstmaßnahmen stellen bei dieser Erkrankung immer nur eine Begleittherapie zur Behandlung des Tierarztes dar.
Wann zum Therapeuten?
Diese Hautveränderungen sollten Sie sofort dem Tierarzt vorstellen. Vielleicht ist eine operative Entfernung möglich.
Rassen - Dispositionen
Bei Wellensittichen und Kakadus sind diese Veränderungen öfter gefunden worden.
j) Pocken
Viele Vogelarten können von Pocken befallen werden, darunter auch Kanarienvögel, andere Finken und Papageien. Alleine bei den Papageien gibt es drei verschiedene Arten des Virus - für Agaporniden, Amazonen und Wellensittiche. Viele infizierte Tiere sterben. Aber bei rechtzeitiger Heilbehandlung gibt es Überlebenschancen. Die Pocken -Virusinfektion tritt in zwei verschiedenen Formen auf, je nach dem, ob die Haut oder die Schleimhäute betroffen sind. Die Seuche bricht vor allem im Herbst aus.
Krankheitsbild
Kennzeichen von Pocken sind schwere Veränderungen auf Haut und Schleimhäuten. Bei der Hautform zeigen sich anfangs flache, später erhabene Knötchen, meist erst am Auge, an der Nase, im Schnabelwinkel und an den Ständern. Die Pocken können sich zu schorfigen Wucherungen ausweiten. Wenn keine weiteren Infektionen dazukommen, können die Pocken in einigen Wochen abheilen.
Wichtig; Bei schwer heilenden Wunden sollte man immer an Pocken denken.
Bei der Schleimhautform oder Diptherie sind die Schleimhäute der Schnabelhöhle und des Rachens stark gerötet, entzündet und zeigen dicke weißliche Auflagerungen, die sich schnell ausdehnen. Ist auch die Lunge betroffen, spricht man von der "Schnappkrankheit". Die Tiere haben Probleme beim Schlucken und leiden (bei der Lungenform) unter großer Atemnot, oft kommen Entzündungen der Augen sowie Nasenkatarrh hinzu. Die Heilungschancen sind bei der Schleimhautform deutlich schlechter.
Ursachen
Hervorgerufen wird die Krankheit durch den Pockenvirus. Die Ansteckung erfolgt durch direkten Kontakt, über verseuchtes Trinkwasser, Futter, Staub oder blutsaugende Parasiten und Insekten wie Milben, Lausfliegen oder Mücken. Die Ansteckungszeit kann vier bis 16 Tage betragen.
Selbstmaßnahmen
Wärme und hohe Vitamin A- Gabe sind wichtig, um die Abwehrkräfte zu steigern. Halten Sie mehrere Vögel, müssen die kranken Tiere sofort isoliert werden, da die Seuche hochgradig ansteckend ist.
Wichtig: Bei der Schleimhautform müssen Sie dafür sorgen, dass die Vögel genügend Wasser und (flüssige) Nahrung aufnehmen.
Wann zum Therapeuten?
Pockeninfizierte Vögel sollten auf jeden Fall sofort dem Tierarzt vorgestellt werden!!!
Welche Therapiemaßnahmen beim Therapeuten?
Der Tierarzt kann durch eine Notimpfung manchmal noch Kanarienvögel und andere Finkenarten retten. Für Papageien gibt es jedoch noch keinen geeigneten Impfstoff.
Vor - und Nachsorge
Größere Kanarien- und Finkenbestände sollten jedes Jahr im Juni oder Juli geimpft werden. Erkrankte Vögel müssen nach der Heilung noch mindestens sechs Wochen in Quarantäne bleiben.
k) Mauserstörungen
Die Mauser ist keine Krankheit, sondern ein natürlicher Vorgang im Leben eines Vogels. Dabei werden die alten durch neu nachwachsende Federn ersetzt. Dies ist sehr sinnvoll, denn das Gefieder hat sich mit der Zeit abgenutzt oder ist beschädigt worden. Bei den meisten Vogelarten findet die Mauser einmal im Jahr statt, gewöhnlich nach der Brutzeit im Spätsommer oder Frühherbst. Manche Arten mausern auch zwei -bis dreimal im Jahr über immer wieder Teile ihres Gefieders aus. Einige große Papageien benötigen dagegen bis zu zwei Jahre für einen kompletten Mauserzyklus. Zu Beginn der Brutzeit legen einige Arten ein spezielles Hochzeitskleid an.
Einfluss auf die Mauser haben die Änderung der Tageslänge, die Temperatur, Hormone der Schilddrüse und Sexualhormone. Auch Stress kann den Ablauf des Federwechsels beeinflussen.
Der Vogel verliert während der Mauser nie alle Federn gleichzeitig. Die Schwung- und Schwanzfedern werden nach und nach über einen Zeitraum von zwei bis drei Wochen seitengleich ausgetauscht. Auch das übrige Gefieder wird kontinuierlich vermausert. Bei einem normalen Federwechsel zeigen sich keine kahlen Stellen, der Vogel bleibt flugtauglich. Es kann aber Unsicherheiten beim Fliegen geben mit erhöhter Unfallgefahr.
Der Austausch der Federn vollzieht sich unblutig. Aber die sich neu entwickelnden Federn sind erst noch durch Arterien und Venen in ihrem Kiel versorgt, bis sich im Laufe der Federreifung das Mark zurückbildet. Allmählich platzten während des Wachstums die Federscheide auf und geben die Federäste und Strahlen frei.
Auch wenn außerhalb der natürlichen Mauser Federn zerstört oder ausgerissen wurden, kann der Vogel sie ersetzen. Vorraussetzung ist allerdings, dass die komplette Feder einschließlich der Spule vorher entfernt wurde. Der Schaft darf nicht abgebrochen im Follikel bleiben.
Normalerweise beeinträchtigt die Mauser das Allgemeinbefinden des gesunden Vogels kaum. Allerdings stellt sie an den Körper hohe Anforderungen. Der Vogel zeigt daher meist ein gesteigertes Schlafbedürfnis. Der Aufbau der neuen Federn führt zu einer vorübergehenden Entmineralisierung der Knochen und damit zu einer erhöhten Gefahr für Knochenbrüche. Auch im Zusammenhang mit der Mauser können auch viele Störungen auftreten.
Krankheitsbild
Die Federn fallen aus, wachsen aber überhaupt nicht nur unvollkommen oder missgebildet nach (Stockmauser). Die missgebildeten Federfahnen stecken manchmal noch halb in ihren Scheiden und öffnen sich darüber pinselförmig. Kahle Stellen entstehen. Eventuell ist auch das Allgemeinbefinden gestört. Manche Vögel versuchen, in ihren Federscheiden stecken gebliebene neue Federn zu öffnen und verursachen dabei erhebliche Blutungen (Blutkiele). Die neuen Federn wachsen in veränderter Farbe nach. Vorher graue Federn sind jetzt rötlich oder rosefarben, statt dunkelbraun oder grün findet man jetzt schwarz. Kahle Stellen entstehen vor allen am Bauch, auch Ekzeme kommen vor. Teilweise ist das Federwachstum verzögert. Die Federspitzen oder Teile des Federkleides können auch schwarz werden. Der Vogel verliert auf beiden Seiten symmetrisch Federn. Außerdem kommt es zu Wuchsstörungen der Federn, Federanomalien und schwarz gefärbten Spitzen. Manchmal wird das gesamte Gefieder dunenartig. Federn fallen aus, das Gefieder ist glanzlos, das Allgemeinbefinden ungestört. Die Federn am ganzen Körper fallen aus oder brechen ab. Gefiederfarben verblassen. Gleichzeitig wird der Schnabel weich und verformt.
Wichtig: Im Gegensatz zum Federrupfer ist der Kopf hier auch mit betroffen.
Ursachen
Häufig ist die Ursache dafür in einem Mangel an Vitaminen, Mineralstoffen und Aminosäuren zu suchen. Da die Mauser meist nach der ebenfalls anstrengenden Brutzeit einsetzt, geraten die Vögel schnell in eine Mangelsituation. Gefährdet sind vor allem nicht artgerecht gefütterte Vögel wie viele Großsittiche und Papageien, die in freier Wildbahn auch tierisches Eiweiß aufnehmen. Auch Haltungsfehler, etwa zu enge Käfige, kommen als Ursache in Frage.
Hinter diesen Gefiederverfärbungen stecken andere Grunderkrankungen, etwa eine Leberschädigung. Diese kann z.B. durch verschimmeltes Futter verursacht werden oder durch Fütterung zu vieler fetthaltiger Sämereien. Beispielsweise bekommen Papageienamadinen durch Hanf fast ausnahmslos Leberschäden. Auch mangelnde Bewegung und fehlendes direktes Sonnenlicht können die Veränderungen in der Gefiederfarben hervorrufen.
Nierenerkrankungen gehen ebenfalls mit Federverlust, Wuchsstörungen und Ekzemen einher, allerdings meist ohne die typischen Verfärbungen. Wahrscheinlich ist eine Schilddrüsenunterfunktion verantwortlich für diese Symptome.
Störungen des Sexualhormonhaushaltes zeigen sich oft in diesen Gefiederveränderungen. Meist sind ältere Vögel betroffen.
Die Ursache für dieses Problem ist meist das so genannte Federverlustsyndrom oder Schnabelkrose (PBFD - Psittacine beak and Feather Disease ). Erreger ist ein Circovirus, das in über 35 Papageienarten gefunden wurden. Viele Vögel sind Träger des Virus, ohne zu erkranken. Erst wenn das Immunsystem geschwächt ist, bricht die Krankheit aus. Dann endet sie aber meistens tödlich. Es ist nur von Unzertrennlichen bekannt, dass sie PBFD überlebt haben und nach völliger Nacktheit einige Monate später wieder normal befiedert waren.
Selbstmaßnahmen
Geben Sie eine möglichst komplette und vielseitige Nahrung. Fügen Sie über mehrere Wochen zusätzliche Vitamine, Mineralien und Aminosäuren zu. Achten Sie auf einen ausreichend großen Käfig. Blutungen können Sie mit Eisenchlorid stillen. Notfalls entfernen Sie die blutigen Federkiele und drücken den Follikel zusammen. Außerdem sollten Sie das Trinkwasser in den nächsten drei Wochen mit 1 ml Plastisan auf 50ml Wasser anreichern.
Überprüfen Sie das Futter, ob es verdorben oder verschimmelt ist. Lassen Sie Erdnüsse weg, da diese fast immer verschimmelt sind. Streichen Sie Hanf und zu fetthaltige Nahrung vom Speiseplan und ersetzen diese durch viel Grünzeug und Obst sowie Vitamine.
Der Vogel sollte Vitamine und zusätzlich Jod über das Trinkwasser erhalten (einTropfen auf 25ml Trinkwasser). Sorgen Sie außerdem für ausreichende Bewegung.
Geben Sie zusätzliche Vitamine und achten auch darauf, dass der Vogel genügend Licht und Sonne erhält.
Die Heilungschancen sind bei andere Vogelarten als den Unzertrennlichen schlecht. Wenn Sie es dennoch versuchen wollen, sorgen Sie für optimale Haltungsbedingungen mit viel frischer Luft, Sonne, Bewegung und einem vollwertigen Futterangebot mit vielen Multi - Vitamin - Zusätzen. Kontrollieren Sie den Schnabel und die Krallen, ob diese weich werden. Eventuell müssen Sie flüssige Nahrung verabreichen.
Wann zum Therapeuten?
Wenn Ihr Vogel nicht innerhalb weniger Tage auf Ihre Behandlung anspricht, sollten Sie den Tierarzt aufsuchen.
Vor - und Nachsorge
Achten Sie auf Feuchtigkeit und Wärme, diese fördert die Mauser. Wellensittiche benötigen beispielsweise eine relative Luftfeuchtigkeit von 60% für einen guten Mauserzyklus. Es ist sehr wichtig, während der Brutzeit oder bei nicht brütenden Vögeln mit Beginn der Mauser eine optimale Versorgung zu bieten, die eine vielfältige Ernährung, zusätzliche Vitamine und Mineralstoffe sowie genügend Licht und Bewegung beinhaltet, um Mangelerkrankungen auszuschließen.
Rasse - Dispositionen
Mauserprobleme tauchen grundsätzlich bei allen Arten auf. Über das gefährliche Federverlustsyndrom ist bis jetzt nur bei Papageien berichtet worden.
l) Schreckmauser
Krankheitsbild
Der Vogel verliert plötzlich im Augenblick großer Angst oder großen Schock viele Federn, darunter meist die großen Schwanzfedern.
Ursachen
Dieses plötzliche Abwerfen großer Federmengen in Stresssituationen deutet man als einen Schutzmechanismus gegen natürliche Feinde, der den gefährdeten Vögeln das Leben retten kann. Da die Federn an den Flügeln davon nicht betroffen sind, bleiben die Vögel flugfähig. Die Federn wachsen bald nach.
m) Französische Mauser
Diese Krankheit ist in manchen Zuchten ein Problem. Sie wird auch Renner - oder Hopserkrankheit genannt.
Krankheitsbild
Die Jungvögel verlieren plötzlich wieder ihre Schwanz - und Schwungfedern bevor sie das Nest verlassen. Sie werden damit flugunfähig und treffend als "Renner"; "Hopser" oder "Infanteristen" bezeichnet. Ihr Allgemeinbefinden ist ungestört. Manchmal wachsen die Federn nach, in anderen Fällen bleiben die Vögel Zeitlebens flugunfähig.
Ursachen
Die Ursachen sind bis heute nicht abgeklärt. Diskutiert werden äußere oder fütterungsbedingte Einflüsse, erbliche Faktoren, Viren oder eine Kombination aus allem.
Selbstmaßnahmen
Gegen die Französische Mauser können Sie nur vorbeugend etwas unternehmen.
Vor - und Nachsorge
Achten Sie auch auf eine ausgewogene, abwechslungsreiche Fütterung und auf optimale Haltungsbedingungen. Lassen Sie Ihren Vogel nicht häufiger als zwei Mal im Jahr brüten.
Rasse - Dispositionen
Zu Rennern können sich junge Wellensittiche und andere kleine Sitticharten entwickeln.
n) Bürzeldrüsenerkrankung
Die Bürzeldrüse befindet sich vor dem Schwanzfederansatz. Sie scheidet ein fettiges Sekret aus, womit der Vogel sein Federkleid pflegt.
Krankheitsbild
Die Drüse ist erheblich geschwollen, das Allgemeinbefinden des Vogels ist beeinträchtigt. Das Federkleid wird stumpf und verklebt und ist nicht mehr wasserabweisend. Manche Vögel bepicken die vergrößerte und entzündete Bürzeldrüse und verursachen damit Wunden und Blutungen.
Ursachen
Durch eine Verstopfung der Ausführgänge kommt es zu einem Sekretstau und nachfolgend zu einer Entzündung der Bürzeldrüse.
Selbstmaßnahmen
Versuchen Sie, durch vorsichtige Massage die Drüse vollständig zu entleeren. Zur Pflege des Federkleides können Sie den Vogel mit Exner Petguard einsprühen.
Wann zum Therapeuten?
Wenn Sie die Bürzeldrüse nicht vollständig entleeren können, lassen Sie dies von einem Tierarzt, eventuell durch einen chirurgischen Eingriff, machen
Vor - und Nachsorge
Überprüfen Sie die Haltungsbedingungen und die Fütterung, ob diese artgerecht sind.
o) Geschwülste
Geschwulstbildungen (Tumore) an der Haut, den inneren Organen, den Extremitäten und im Kopfbereich sind relativ häufig zu finden. Dabei muss unterschieden werden zwischen gutartigen und bösartigen Neubildungen. Bei gutartigen Geschwülsten ist das Allgemeinbefinden nicht besonders beeinträchtigt. Bei bösartigen Tumoren ist das Allgemeinbefinden in Mitleidenschaft gezogen. Sie zeigen oft ein schnelles Größenwachstum und bleiben nicht auf den Ort der Entstehung beschränkt, sondern greifen in umliegendes Gewebe über und bilden an anderen Organen Tochtergeschwülste.
Krankheitsbild
Häufig findet man im Brustbereich, seltener an anderen Körperregionen, Lipome. Das sind meinst verschiebliche, gut angegrenzte, weiche Geschwülste, die langsam wachsen, aber eine beträchtliche Größe erreichen und dann auch das Tier behindern können. Oft sind die betroffenen Vögel schwerfällig und kurzatmig. Manchmal bepicken die Vögel diese Zubildungen, was zu starken Blutungen führen kann. Die Lipome gehören zu den gutartigen Tumoren, ebenso wie die Xanthome, Warzen und Federbalgzysten. Die meisten anderen Neubildungen an der Haut müssen als bösartig eingestuft werden. Vögel zeigen eventuell Atembeschwerden, Durchfall, Apathie. Oft ist der Leib geschwollen. Bei betroffenen Wellensittichmännchen verändert sich typischer Weise die Farbe der Nasenhaut von Blau in Dunkelbraun. Beim Abtasten fühlt sich der Bauch sehr voll an.
Ursachen
Für die Entstehung der Lipome sind Hormonstörungen, Verfettung, Bewegungsmangel und mechanische Reize verantwortlich. Diese Fettgeschwülste entstehen oft aus Fettablagerungen, die nicht abgebaut worden sind. Die Wildvögel legen sich natürlich Fettpolster als Vorrat für lange Zugstrecken zu. Auch unsere Heimvögel bilden noch diese Reserve, verbrauchen sie aber dann nicht.
Die Beschwerden deuten auf einen inneren Tumor hin. Die meisten Geschwülste an inneren Organen sind bösartig. Leber, - Nieren, - Schilddrüsen, - Eierstock, - oder Hodentumore kommen relativ häufig vor. Ob ein innerer Tumor vorliegt, kann am lebenden Vogel nicht hundertprozentig diagnostiziert werden und bleibt vorerst nur Verdacht. Warum Tumore entstehen, ist unklar.
Selbstmaßnahmen
Setzen Sie die Futtermenge herab und geben ein möglichst vielseitiges und vitaminreiches Diätfutter. Gewähren Sie Ihrem Vogel viel Freiflug und überprüfen, ob der Käfig groß genug ist. Sorgen Sie für optimale Haltungsbedingungen und artgerechtes Futter mit hohen Vitamin - Zusätzen
Wann zum Therapeuten?
Sie sollten den Vogel dem Tierarzt vorstellen, um abzuklären, ob es eine Geschwulst ist und welcher Typ, um dann gezielt therapieren zu können.
Welche Therapiemaßnahmen beim Therapeuten?
Sorgen Sie für optimale Haltungsbedingungen und für eine artgerechte Ernährung. Auch nach überstandenen oder operierten Geschwulstkrankheiten sollte der Vogel die oben genannten homöopathische Mittel regelmäßig weiter bekommen, ein Mal alle 14 Tage, später einmal monatlich.
Rasse - Dispositionen
Grundsätzlich können alle Vögel an gut- und bösartigen Tumoren erkranken. Wellensittiche sind besonders anfällig für die Bildung von Geschwülsten.
p) Emphyseme
Krankheitsbild
Der Vogel zeigt Schwellungen oder dicke Blasen am oberen Rücken oder verteilt über den ganzen Körper. Beim Abtasten fühlt sich das Tier puffig an. Manchmal ist auch ein Knistern hörbar. Das Allgemeinbefinden kann gestört sein und der Vogel leidet unter Atemnot.
Ursachen
Wahrscheinlich ist durch ein Unfall ein Luftsack gerissen, die Luft tritt ins umliegende Gewebe und unter die Haut aus. In seltenen Fällen sind Clostridien (unter Ausschluss von Luft lebende, gasbildende Erreger) verantwortlich für die Luft unter der Haut. Aber dann ist das Allgemeinbefinden erheblich gestört.
Selbstmaßnahmen
ACHTUNG!!!! DIESE MASSNAHME BITTE NUR MIT ERFAHRUNG ERGREIFEN!! ANSONSTEN LIEBER DEN TIERARZT AUFSUCHEN!!!!!!!
Desinfizieren Sie die Haut und machen mit einem sterilen Skalpell vorsichtig einen kleinen Schnitt in die Haut, damit die Luft entweichen kann Anschließend beträufeln Sie die Wunde mit Traumeel. Der Luftsackriss wird dann wahrscheinlich von selbst heilen.
Wann zum Therapeuten?
Wenn Sie sich die "Operation" nicht zutrauen, sollten Sie sich nicht scheuen, den Tierarzt wegen der Behandlung aufzusuchen. Eine Operation ist schließlich nicht jedermanns Sache und auch nicht ganz ungefährlich. Bei Verdacht auf eine Clostridien- Infektion sollten Sie auf jeden Fall zum Tierarzt gehen.
Rasse - Dispositionen
Bei Kanarienvögeln kommen Emphyseme öfter vor als bei anderen Arten.
Bevor Sie Ihren Vogel frei fliegen lassen, sollten Sie die Umgebung genauestens auf Verletzungsgefahren hin überprüfen!!
Verklebte, teilweise blutverschmierte Federn sind Anzeichen für eine Verletzung der Haut.
Schon bei den ersten Anzeichen eines Schnupfens besteht Handlungsbedarf!!
Nach einem schweren Trauma, etwa einem Aufprall gegen eine Spiegel - oder Fensterscheibe, muss immer mit der Glaskörperblutung gerechnet werden, besonders wenn der Vogel benommen ist!
Da der Schnabel schnell wächst, muss er regelmäßig gekürzt werden (bei Wellensittichen alle vier Wochen), sonst können die Tiere nicht mehr richtig fressen, sich nicht pflegen und sich Verletzungen zufügen.
Nicht zu empfehlen ist das Kürzen mit einer Zange, da der Schnabel splittern kann.
Die Atemfrequenz beträgt 80-100 Atemzüge pro Minute.
Vermeiden Sie Erdnüsse mit Schalen, da diese oft Aspergillus- Pilzsporen enthalten.
Geben Sie Ihrem Papagei keinesfalls nur Sonnenblumenkerne! Diese sind sehr fetthaltig und führen schnell zu Mangelsituationen.
Zugeflogene Wellensittiche werden in Deutschland als Fundsache behandelt, das heißt, sie sind immer noch Eigentum des ursprünglichen Besitzers. Da in Deutschland alle Sittiche amtliche Ringe tragen müssen, kann über den Züchter eventuell der ursprünglichen Besitzer ausfindig gemacht werden.
Bitte verfütteren Sie auf keinen Fall folgende Frischkost:
Avocado (zu fettig und in Kernnähe giftig für Vögel), frische Datteln (zu viele Gerbstoffe), Grapefruit, Pampelmuse, Pomelo (zu säurehaltig und bitter), Kumquat (zu säurehaltig), Passionsfrucht (fast alle Arten enthalten zu viel Säure), unreife Kaki beziehungsweise Sharon (zu viele Gerbstoffe), Zitrone (viel zu säurehaltig)
Wellensittiche haben drei Augenlider. Das obere, das untere und ein seitliches Augenlid das bei Bedarf quer über das Auge verläuft, um es zu schützen.
Wellensittiche sind warmblütige Tiere. Die normale Körpertemperatur beläuft sich auf etwa 41 Grad Celsius, und ist somit höher als bei anderen Haustieren wie Hund oder Katze.
Mangel an Vitamin A entsteht durch ausschließliche Körnerfutterung.
Mangel an Vitamin D³ entsteht durch zu wenig direktes Sonnenlicht (Fensterscheiben absorbieren UV-Strahlung).
Leitern und Schaukeln fördern die Bewegung und beugen einer Verfettung Ihrer Vögel vor.
Waagerechte, verzinkte Metallstangen im Käfig sorgen für eine gute Durchsicht und sind eine gute Kletterhilfe für Ihren Vogel!
Säuberen Sie jeden Morgen Trink- und Futtergefäße mit lauwarmen Wasser und bieten Sie stets frisches Futter an.
Wellensittiche sind Gesellschaftstiere. Um sich sicher fühlen zu können, brauchen sie die Schar. So gesehen verbietet sich Einzelhaltung von allein.
Die Nestlingszeit bei Wellensittichen dauert bis zu 32 Tagen.
Temperaturen unter 0° C überstehen Wellensittiche, weil sie sich in ihrer Schar nachts dicht aneinander kuscheln.