Erkrankung der Harn- und Geschlechtsorgane

1. Krankheiten des Wellensittichs und seine Behandlung
2. Erkrankung an Kopf und Sinnesorgane
3. Erkrankung der Atmungs- - und Kreislauforgane
4. Erkrankung der Verdauungsorgane
5. Erkrankung der Harn - und Geschlechtsorgane
6. Erkrankungen an Federn und Haut
7. Erkrankung der Extremitäten und des Nervensystems
8. Verhaltensstörungen
9. Notfälle

4. Erkrankung der Harn - und Geschlechtsorganen

Die Harnorgane dienen dem Vogel für die Ausscheidung und Flüssigkeitsregulierung. Sie unterscheiden sich bei Vögeln ganz erheblich von denen der Säugetieren. Bei den meisten Vogelarten liegt die Niere als paariges Organ vor, gut verborgen in den Nischen des Beckens. Wie die Säuger bilden die Vögel einen konzentrierten Harn, der aber aus der Harnsäure und nicht aus Harnstoff besteht sowie einer winzigen Menge klarem Urin. Urat wird in der Leber gebildet, dann in der Niere konzentriert und von dort über den schleimhautüberzogenen Harnleiter in die Kloake befördert. Hier werden Harn und Kot (Faeces) zusammen ausgeschieden; bei einigen Arten wird dem Harn in der Kloake weitere Flüssigkeiten entzogen. Harnsäure, Urin und Kot sind deutlich voneinander zu unterscheiden. Eine Harnblase, wie bei den Säugetieren, ist bei den Vögeln nicht vorhanden.

Zu den männlichen Geschlechtsorganen gehören die paarig angelegten, bohnenförmigen Hoden, die Nebenhoden, die Samenleiter und das Begattungsorgan. Einige Vogelarten haben einen ausschlachtbaren Penis, andere nicht. Die Samenabgabe erfolgt bei der Begattung über die Phallusspitze in den vorgetretenen Eileiter der Henne.

Beim weiblichen Vogel entwickelt sich in der frühembryonalen Phase nur der linke Eierstock mit Eileiter zu funktionsfähigen Geschlechtsorganen. Der Eileiter teilt sich in fünf Abschnitte: Das dotterreiche Ei wird im Eileitertrichter und dem Magnum mit der zähflüssigen Weißeiweiß-Schicht umgeben. Hier erhält das Ei auch Natrium, Magnesium und Kalzium. In der anschließenden Eileiterenge wird das Ei mit der keratinhaltigen zweischichtigen Schalenhaut ausgestattet. Dann gelangt es in den Uterus, die Kalkkammer, wo es etwa 20 Stunden verweilt. Das Gewicht des Eies wird hier durch Hinzufügen wässriger Lösungen verdoppelt und die Kalkschale verschlossen. Schließlich gelangt es in die Kloake und wird gelegt. Für die männlichen Spermien besitzt der weibliche Vogel einen Speicher aus dem die Spermien nach Bedarf zur Befruchtung aufgerufen werden.

a) Nierenentzündung

Eine Entzündung der Nieren (Nephritis) kann sowohl chronisch als auch akut auftreten.

Krankheitsbild

Bei einer chronischen Nierenentzündung hat der Vogel periodisch auftretenden Durchfall und wenig Appetit; zudem ist er apathisch. Sein Trinkbedürfnis ist erhöht. Hinzu kommen Atemnot und ein struppiges Federkleid. Das Allgemeinbefinden wird zusehends schlechter. Der Vogel sitzt breitbeinig und leicht zurückgebeugt. Der Durchfall ist bei genauerem Hinsehen anders als bei Magen - Darmerkrankungen. Der eigentliche Kot ist normal geformt, je nach Vogelart weicher oder fester, aber der Nierenanteil ist wässrig und krankhaft vermehrt (Polyurie). Die weißliche Harnsäure (Urat) und der Urin vermischen sich miteinander. Auf einem Stück Papier oder Zellstoff kann man deutlich erkennen wie der Harnteil zerfließt. Die Krankheit kann sich über Wochen und Monate entwickeln. Eine akute Nierenentzündung verläuft dagegen sehr schnell und führt bei hochgradig gestörtem Allgemeinbefinden rasch zum Tod. Sie ist am lebenden Vogel nicht zu diagnostizieren. Auf eine Niereninsuffizienz kann man schließen, wenn nur sehr wenig oder überhaupt kein Harn ausgeschieden wird.

Ursachen

Nierenerkrankungen können ausgelöst werden durch Infektionskrankheiten sowie vorangegangene Infektionen, Vergiftungen durch Chemikalien, Medikamente, Metalle. Salz, Schimmelpilze etc., Vitamin-A-Mangel, Tumore, Schock und gestörte Trinkwasseraufnahme. Darüber hinaus gibt es unbekannte Ursachen.

Selbstmaßnahmen

Stellen Sie dem Vogel eiweißarmes, aber vitaminreiches Futter (viel Grünzeug und Obst) und Wärme zur Verfügung. Dem Trinkwasser sollten Sie Du ausreichend Vitamin A zusetzten. Empfehlenswert ist eine Tyrode-Lösung. Mischen Sie dazu :

8,0g Natriumchlorid
0,13g Calciumchlorid
0,2 g Kaliumchlorid
0,1g Magnesiumchlorid
0,05g Natriumhydrogenphosphat
1,0g Natriumhydrogencarbonat

in einem Liter Wasser. Zusätzlich sollte Vitamin A und 100ml Glukose zugesetzt werden. Die Lösung können Sie auch beim Tierarzt oder in der Apotheke erstellen lassen.

Achten Sie darauf, ob der Vogel genug trinkt und frisst. Falls nicht, müssen Sie ihm die Tyrode-Lösung direkt eingeben. Bewährt haben sich bei Papageien auch Babykost - Gläschen mit Obst und Gemüse.

Wann zum Therapeuten ??

Wenn sich der Zustand innerhalb von zwei bis drei Tagen nicht bessert, sollten Sie zum Tierarzt gehen. Dies ist wichtig, da auch bei einer Psittakose / Ornithose die Nieren beeinträchtigt sein können

Vor - und Nachsorge

Achten Sie darauf, dass der Vogel immer ausreichend Trinkwasser zur Verfügung hat und genügend Vitamin A erhält. Das Futter sollte artgerecht und ausgewogen sein. Ein zu hoher Proteingehalt in der Nahrung kann zu Nierenproblemen beitragen. Geben Sie niemals verschimmeltes Futter. Stellen Sie sicher, dass Ihr Pflegling keine gesalzenen Knabberreien, Gifte, Chemikalien, Medikamente, Metallfolie, Blei oder Zinn, Lematta oder giftige Pflanzen aufnehmen kann.

Rassen - Dispositionen

Entzündungen der Nieren können bei allen Vogelarten vorkommen. Tumore der Nieren sind bei Wellensittichen vergleichsweise öfter festgestellt worden als bei anderen Vogelarten.

b) Gicht

Als Gicht wird übermäßige Ansammlung von Harnsäure im Blut und die Ablagerungen von Uraten in Gewebe und Gelenken bezeichnet. Die Erkrankung verläuft chronisch. Im Herbst häufen sich die Gichtfälle.

Krankheitsbild

Bei Gicht unterscheidet man zwei Formen:

Die Eingeweidegicht äußert sich durch Ablagerungen von Uraten im Nierengewebe, Harnleiter, Herzbeutel, Darmtrakt, in den Luftsäcken oder in anderen Organen. Sie ist äußerlich kaum zu erkennen.

Die Gelenkgicht ist sicher zu diagnostizieren. Die Harnsäurekristalle lagern sich unter der Haut in Gelenknähe ab. Man findet rundliche, gelbe Knoten an den Gelenken der Zehen und Beinen und gelbliche, bröckelige Massen in den Gelenken. Die Flügel sind meist nicht betroffen. Die Gliedmaßen sind oft geschwollen, heiß und schmerzhaft. Im Endstadium können sich nicht mehr auf den Stangen halten und sitzen oder liegen auf dem Boden.

Die erkrankten Tiere sind außerdem teilnahmslos. haben wässrigen Durchfall, magern zunehmend ab und sind schwach. Es kann schließlich zu Krämpfen und plötzlichem Tod kommen.

Ursachen

Die Harnsäure wird bei Vögeln als Endprodukt des Eiweißstoffwechsels normalerweise über die Nieren ausgeschieden. Bei einer Schädigung der Nieren ist diese Ausscheidung gestört. Der Harnsäurespiegel im Blut steigt an, es kommt zu Urat - Ablagerungen in den Organen und Gelenken. Die Gicht kann also Folge einer Niereninsuffizienz ein. Auch eine Verstopfung oder Verlegung des Harnleiters führt zu Harnstau, erhöhtem Harnsäurespiegel und Harnsäureablagerungen. Infektionen, Vergiftungen überdosierte Medikamente, eine zu geringe Wasseraufnahme, Mangel an Vitamin A und eine falsche Ernährung begünstigen eine Erkrankungen der Nieren und führen damit oft zu Gicht. Ein Überangebot an Eiweiß trägt wahrscheinlich zur Entstehung der Gicht und einem negativen Krankheitsverlauf bei, muss aber nicht die alleinige Ursache sein.

Selbstmaßnahmen

Halten Sie den Patienten warm und trocken. Stellen Sie ihm viel Grünzeug und Obst zur Verfügung. Der Vogel sollte außerdem zusätzlich Vitamin A und B 12 mit dem Trinkwasser oder Futter erhalten. Darauf achten, dass der Vogel viel trinkt!

Wann zum Therapeuten ??

Wenn Sie nach einer Woche keine Besserung sehen können und das Tier Schmerzen erleidet, sollten Sie unbedingt den Tierarzt zu Rate ziehen.

Vor- und Nachsorge

Vermeiden Sie alles, was zu einer Schädigung der Nieren führen könnte. Auch die Haltung in feuchter, kalter Umgebung kann zu einer Erkrankung führen. In den Herbstmonaten sollten Sie den Vögeln vorsorglich einmal die Woche eine Mischung aus Berberis-Homaccord, Cantharis compositum, Carduus compositum, Coenzym compositum und Engystol über das Trinkwasser verabreichen, fünf Tropfen der Mischung auf 10 ml Trinkwasser. Außerdem sollten Sie immer ausreichend Vitamin A und Vitamin B12 reichen. Auch bei Nestlinge und Jungvögeln wurde bereits schwere Gicht gefunden. Die Erkrankung konnte verhindert werden, wenn den Tieren zusätzlich Kuhdung angeboten wurde. Vermutlich geht die Schutzwirkung vom Vitamin B12 aus. Wenn Sie die Gelegenheit haben, sollten Sie Ihren Vögeln hin und wieder Kuhfladen besorgen.

Rassen - Dispositionen

Gicht kann bei allen Vogelarten auftreten. Besonders oft sind Wellensittiche befallen.


c) Erkrankung der männlichen Geschlechtsorgane

Erkrankungen der Geschlechtsorgane betreffen bei den Männchen meist die Hoden. Sie führen zu einer mangelnden Fortpflanzung (Reproduktion) oder einer Störung des Allgemeinbefindens. Häufig kommt es zu einer Veränderung der Hoden.

Krankheitsbild

An erster Stelle stehen Geschwulstbildungen an den Hoden. Verfärbungen der Nasenwachshaut (z.B. bei männlichen Wellensittichen von Blau nach Braun), leichte Erschöpfung im Flug, hin und wieder auftretende Durchfälle können erste Anzeichen dafür sein. Später schwillt der Leib an. Atemnot und Lähmungen entstehen, das Allgemeinbefinden ist oft erheblich gestört. Eine sichere Diagnose ist allerdings äußerlich kaum möglich. Obwohl Sie Ihre Vögel paarweise halten, bekommen diese keinen Nachwuchs (Fruchtbarkeitsstörungen).

Ursachen

Die Ursachen für die Geschwülste an den Hoden sind ungeklärt.

Die mangelnde Reproduktion kann eine Folge der unterentwickelter Hoden sein. Welche Umstände zu dieser Entwicklungsstörung der Keimdrüsen führt ist nicht bekannt. Fruchtbarkeitsstörungen können auch verursacht werden durch entzündliche Veränderungen in den Geschlechtsorganen, hervorgerufen durch eine Vielzahl von Erregern.

Selbstmaßnahmen

Sorgen Sie für artgerechte Nahrung ausreichende Vitaminzufuhr und artgerechte Haltung.

Wichtig: Bei dieser Erkrankung müssen Sie viel Geduld aufbringen und die Behandlung lange genug durchführen. In manchen Fällen kann das Wachstum der Geschwulst zum Stillstand gebracht werden oder gar ein Rückgang erreicht werden.

Wann zum Therapeuten?

Bei Verdacht auf eine Geschwulst sollten Sie die Diagnose absichern lassen. Auch bei der Geschlechtsbestimmung kann der Tierarzt helfen.

Welche Therapiemaßnahmen beim Therapeuten?

Wenn Sie sich über das Geschlecht Ihrer Vögel nicht sicher sind, so kann der Tierarzt heute bei einer Vielzahl von Arten mit einer Blutprobe des Tieres in einem Speziallabor feststellen lassen, ob es sich um Männchen oder Weibchen handelt. Bei einigen anderen Arten ist immer noch die Endoskopie zur Geschlechtsbestimmung nötig.

Wichtig: Um einen plötzlichen Tod durch Schock zu vermeiden, sollten bei kleineren Vogelarten auf eine Geschlechtsbestimmung durch Blutabnahme oder Endoskopie verzichtet werden.

Vor- und Nachsorge

Bei Fruchtbarkeitsstörungen sollten Sie immer überprüfen:

Gehören die Paarpartner der gleichen Art an?
Sind die Partner sicher Männchen und Weibchen?
Sind beide Partner geschlechtsreif ?
Verstehen sich die beiden oder gibt es Aggressionen oder Dominantes verhalten?
Ist einer der Vögel so auf den Menschen fehl geprägt, dass er seinesgleichen nicht als Partner erkennt ?
Ist der Käfig oder die Voliere so eingerichtet, dass sich das Vogelpaar wohl fühlt und fortpflanzen will ?
Ist die Nahrung artgerecht und enthält ausreichend Vitamine und Mineralien ?

Wenn Geschwülste tatsächlich zurückgegangen sind, sollten Sie die Behandlung trotzdem noch einen Monat weiter durchführen.

Rasse - Dispositionen

Geschwulstbildungen der Hoden sind bei Wellensittichen häufig. Sie treten bei Tieren aller Alterstufen auf.

d) Erkrankungen der weiblichen Geschlechtsorgane

Störungen bei der Eientwicklung kommen relativ häufig vor.

Krankheitsbild

Das Weibchen legt Eier, die missgebildet oder zu groß sind, eine zu weiche Schale haben oder Schichteier (Eitrümmer umschließende käsige Massen, die durchgeschnitten eine Schichtung zeigen).

Wichtig: Bei solchen Eiern kann es zur gefährlichen Legenot: DasWeibchen versucht vergeblich, durch heftiges Pressen mit der Bauchdecke ein im Eileiter steckendes Ei auszustoßen. Es ist unruhig, sitzt breitbeinig auf der Stange oder schon auf dem Boden in einer Ecke, schlägt mit dem Schwanz, lässt eventuell ein leises jämmerliches Piepsen hören und die Flügel herabhängen. Dem Kot ist häufig Blut beigemischt oder es kann überhaupt kein Kot mehr abgesetzt werden. Wenn die Legenot über längere Zeit anhält, kommt es zu schweren Störungen des Allgemeinbefindens mit Atemnot. Der Vogel ist erschöpft und sehr schockanfällig. Hier muss sofort geholfen werden!!!

Der Vogel legt keine Eier und will nicht brüten.

Der Leib schwillt erheblich an, der Vogel hat Atemnot und Durchfall, er erbricht und die Kotballen sind vergrößert; eventuell steht er unsicher auf den Beinen. Bei manchen ist die Nasenwachshaut verfärbt. Das Allgemeinbefinden kann erheblich gestört sein. Einige erkrankte Tiere pressen ständig, obwohl kein Ei im Eileiter ist. In schweren Fällen kann es auch zum plötzlichen Tod kommen, auf den ersten Blick scheinbar unerklärlich.

Ursachen

Solche Eianomalien sind häufig ein Zeichen für entzündliche Vorgänge im Bereich der Genitalorgane. Wenn die Schale zu weich oder unvollkommen ist, kann dies auf eine Erschöpfung des Vogels durch Überproduktion hindeuten. Die Kalziumreserven sind verbraucht.

Bis heute gibt es nur geringe Erkenntnisse über den Grund der Fortpflanzungsstörungen beim weiblichen Vogel. Die möglichen Ursachen für die Fruchtbarkeitsstörungen bei Männchen sollten natürlich auch beim Weibchen überprüft werden.

Die Anschwellung kann auf Geschwülste und Zysten der Eierstöcke hindeuten. Aber auch ein stark vergrößerter und mit weißlichem Schleim oder Eileiter und eventuell mit Eimassen gefüllter Eileiter (Eileiterenzündung) kann diese Symptome erzeugen. Ursachen kann auch eine Bauchhöhlenentzündung (Eiperitonitis) sein, hervorgerufen durch Eidotter, die durch das Zerreißen des Eileiters in die Bauchhöhle gelangten.

Selbstmaßnahmen

Überprüfen Sie die Ernährung und Haltungsbedingungen auf ausreichende Versorgung mit Vitaminen und Mineralien, artgerechtes Futter, genügend Wärme und Hygiene. Bringen Sie den Vogel in eine andere Umgebung, damit er aufhört Eier zu bilden. Reduzieren Sie dabei das Licht.

Wichtig: Durch mangelnden Hygiene können sich Infektionskrankheiten ausbreiten, die die Genitalorgane in Mitleidenschaft ziehen.

Achten Sie auf die Gesundheit, vitaminreiches Futter und artgerechte und warme Haltung. Zusätzlich sollten Sie für die richtige Beleuchtung sorgen. Bei ungenügendem Licht, wie im Winter, setzt die Eireifung nicht ein. Überprüfen Sie auch, ob die angebotenen Nistgelegenheiten artgerecht sind.

Wann zum Therapeuten ?

Wenn Ihr Vogel wiederholt missgebildete oder weichschalige Eier legt, sollten Sie ihn wegen der Gefahr einer Legenot bald dem Tierarzt vorstellen.

Wenn Sie nicht sicher sind, ob der betreffende Vogel ein Weibchen ist, müssen Sie zur Geschlechtsbestimmung per Blutprobe oder Endoskopie den Tierarzt aufsuchen.

Einen Vogel mit geschwollenem Leib sollten Sie immer zwecks Feststellung der Ursache sofort dem Tierarzt vorstellen. Die Heilungschancen stehen nicht gut. In einigen Fällen ist vielleicht eine Operation sinnvoll.

Vor - und Nachsorge

Sorgen Sie für eine artgerechte, hochwertige Ernährung und Haltung sowie strenge Hygiene. Vermeiden Sie, dass der Vogel fett wird. Halten Sie während der Eireifung und -anlage jeglichen Stress, erhöhte Anstrengungen und Verletzungsgefahr von ihrem Vogel fern. Beobachten Sie legende Weibchen sehr gut.

Rasse- Disposition

Wellensittiche und andere Papageien leiden vermehrt unter Geschwulstbildungen an den Eierstöcken.

e) Eileitervorfall

Krankheitsbild

Der Eileiter ist ein Stück aus der Kloake herausgepresst worden. Manchmal enthält er ein missgebildetes Ei. Durch das lange Pressen ist der Vogel erschöpft.

Ursachen

Meistens ist eine Legenot vorausgegangen. Aber auch das ständige Pressen in Verbindung mit einer Eileiterentzündung kann zu einem Vorfall des Eileiters führen.

Selbstmaßnahmen

Spülen Sie den vorgefallenen Eileiter mit warmer physiologischer Kochsalzlösung ab, um ihn von anhaftendem Sand, Körnern und Kot zu reinigen. Falls ein Ei enthalten ist, zerdrücken Sie es vorher und entfernen alles vorsichtig und sorgfältig. Bestreichen Sie das vorgefallene Stück und die Kloake mit Traumeel - Salbe und drücken den Eileiter vorsichtig zurück. Zur Abklärung der Diagnose sollten Sie unbedingt den Tierarzt aufsuchen.

Welche Therapiemaßnahmen beim Therapeuten ?

Wenn der Vorfall schon länger besteht und der Eileiter trocken oder sogar abgestorben wirkt, muss das Stück wahrscheinlich vom Tierarzt amputiert werden.

Vor - und Nachsorge

Wärme ist das wichtigste Heilmittel. Nach einem Eileitervorfall sollten Sie das Weibchen besser nicht mehr zur Zucht verwenden. Es kommt leicht zu Rückfällen.

f) Mangelnde Brutpflege

Krankheitsbild

Ein oder beide Paarpartner kümmern sich nicht in dem Maße um die Eier und Jungen wie es ihrer Art entspricht. Sie machen einen unsicheren Eindruck. Schon die Belastung des Brutgeschäfts ist machen Vögeln zu viel. Sie lassen das Nest verwaisen oder fressen gar die eigenen Eier oder Jungen auf.

Ursachen

Die Ursachen sind weitgehend ungeklärt. Man vermutet ein neurotisches Verhalten. Möglicherweise stören auch andere Vögel in derselben Voliere das Brutpaar. Auch Überzüchtung mag eine Rolle spielen.

Selbstmaßnahmen

Sorgen Sie für eine ausreichend warme, ruhige Umgebung des Brutpaares. Achten Sie auf artgerechtes Futter. Falls das Brutgeschehen in einer Voliere stattfindet, sollten Sie darauf achten, dass keine Ratten oder Katzen (oder Menschen) das Brutpaar stören. Falls noch andere Vögel in der Voliere sind, sollten Sie diese für die Dauer der Brut in einen anderen Käfig setzten.

 

 

Tipps und Hinweise

Falls das Brutgeschehen Ihrer Vögel in einer Voliere stattfindet, sollten Sie darauf achten, dass keine Ratten oder Katzen (oder Menschen) das Brutpaar stören. Falls noch andere Vögel in der Voliere sind, sollten Sie diese für die Dauer der Brut in einen anderen Käfig setzten.

Wärme ist das wichtigste Heilmittel.

Bevor Sie Ihren Vogel frei fliegen lassen, sollten Sie die Umgebung genauestens auf Verletzungsgefahren hin überprüfen!!

Verklebte, teilweise blutverschmierte Federn sind Anzeichen für eine Verletzung der Haut.

Schon bei den ersten Anzeichen eines Schnupfens besteht Handlungsbedarf!!

Nach einem schweren Trauma, etwa einem Aufprall gegen eine Spiegel - oder Fensterscheibe, muss immer mit der Glaskörperblutung gerechnet werden, besonders wenn der Vogel benommen ist!

Da der Schnabel schnell wächst, muss er regelmäßig gekürzt werden (bei Wellensittichen alle vier Wochen), sonst können die Tiere nicht mehr richtig fressen, sich nicht pflegen und sich Verletzungen zufügen.

Nicht zu empfehlen ist das Kürzen mit einer Zange, da der Schnabel splittern kann.

Die Atemfrequenz beträgt 80-100 Atemzüge pro Minute.

Vermeiden Sie Erdnüsse mit Schalen, da diese oft Aspergillus- Pilzsporen enthalten.

Geben Sie Ihrem Papagei keinesfalls nur Sonnenblumenkerne! Diese sind sehr fetthaltig und führen schnell zu Mangelsituationen.

Zugeflogene Wellensittiche werden in Deutschland als Fundsache behandelt, das heißt, sie sind immer noch Eigentum des ursprünglichen Besitzers. Da in Deutschland alle Sittiche amtliche Ringe tragen müssen, kann über den Züchter eventuell der ursprünglichen Besitzer ausfindig gemacht werden.

Bitte verfütteren Sie auf keinen Fall folgende Frischkost:

Avocado (zu fettig und in Kernnähe giftig für Vögel), frische Datteln (zu viele Gerbstoffe), Grapefruit, Pampelmuse, Pomelo (zu säurehaltig und bitter), Kumquat (zu säurehaltig), Passionsfrucht (fast alle Arten enthalten zu viel Säure), unreife Kaki beziehungsweise Sharon (zu viele Gerbstoffe), Zitrone (viel zu säurehaltig)

Wellensittiche haben drei Augenlider. Das obere, das untere und ein seitliches Augenlid das bei Bedarf quer über das Auge verläuft, um es zu schützen.

Wellensittiche sind warmblütige Tiere. Die normale Körpertemperatur beläuft sich auf etwa 41 Grad Celsius, und ist somit höher als bei anderen Haustieren wie Hund oder Katze.

Mangel an Vitamin A entsteht durch ausschließliche Körnerfutterung.

Mangel an Vitamin D³ entsteht durch zu wenig direktes Sonnenlicht (Fensterscheiben absorbieren UV-Strahlung).

Leitern und Schaukeln fördern die Bewegung und beugen einer Verfettung Ihrer Vögel vor.

Waagerechte, verzinkte Metallstangen im Käfig sorgen für eine gute Durchsicht und sind eine gute Kletterhilfe für Ihren Vogel!

Säuberen Sie jeden Morgen Trink- und Futtergefäße mit lauwarmen Wasser und bieten Sie stets frisches Futter an.

Wellensittiche sind Gesellschaftstiere. Um sich sicher fühlen zu können, brauchen sie die Schar. So gesehen verbietet sich Einzelhaltung von allein.

Die Nestlingszeit bei Wellensittichen dauert bis zu 32 Tagen.

Temperaturen unter 0° C überstehen Wellensittiche, weil sie sich in ihrer Schar nachts dicht aneinander kuscheln.