
Selbst bei der intensivsten und gründlichsten Pflege kann ein Vogel krank werden und auf Heilmittel angewiesen sein. Hier gibt es mehre Möglichkeiten, Medikamente oder Vitamine zu verabreichen.
Mit dem Futter
Hierbei gibt es das Problem, dass Medikamente bzw. Vitamine im Allgemeinen nicht verabreicht werden können, weil das kranke Tier die Nahrung häufig verweigert oder nur sehr wenig zu sich nimmt. Außerdem werden Körner beim Verzehr entspelzt, so dass die an der Spelzen haften Heilmittel oder Vitamine erst gar nicht an ihr Ziel gelangen.
Eine Möglichkeit besteht darin, die Heilmittel oder Vitamine über Weichfutter zu verabreichen, sofern der Vogel noch ausreichend Nahrung zu sich nimmt. Darum sollten Sie Ihre Papageien und Körnerfresser rechtzeitig an Weichfutter gewöhnen, um sie auf diesen Weg Zusatzstoffe geben zu können. Manche Vogelbesitzer greifen hier zu Tricks wie z.B. Vitamine oder Mineralien oder Medikamenten zu füttern und diese dann als lebendige "Pillen" dem Vogel als besonderes Leckerbissen anzubieten.
Mit dem Trinkwasser
Auch die Therapie, über das Trinkwasser Heilmittel, Vitamine oder Mineralien zu verabreichen, birgt Probleme. Durch Einmischen von Heilmitteln, Vitaminen oder Mineralstoffen kann sich der Geschmack des Wassers verändern, so dass Ihr Vogel das Wasser ablehnt. Manche Vogelarten können im Notfall auch tagelang ohne Trinken auskommen. Allerdings bilden hier Vitamine, Jodtropfen und Traubenzucker eine Ausnahme, Trinkwasser damit versetzt, wird in den meisten Fällen sogar gern getrunken.
Direkt in den Schnabel
Die sicherste Verabreichungsmethode ist die des direkten Eintropfens des Therapeutikums direkt in die Schnabelhöhle. Diese sollte bei der Erstbehandlung auf jeden Fall angewendet werden. Hierbei muss aber auch auf die richtige Lagerung des Patienten geachtet werden, der Kopf des Vogels sollte leicht schräg abwärts gehalten werden und mit Daumen und Zeigefinger fixiert werden.
Das Einflößen erfolgt mit einer Pipette oder Einwegspritze, die an der oberen Schnabelhälfte angesetzt wird, um das flüssige Mittel langsam einzuflößen. Diese Verabreichungsmethode ist sowohl bei Vögel mit geradem Schnabel als auch bei Papageien möglich.
Papageien können Heilmittel auch direkt eingeflößt werden, hierzu nimmt man eine Plastik - Einwegspritze ohne, da Papageien die Glaspipette wohl zerbeißen werden.
Normalerweise werden Heilmittel gut geschluckt, sollte es aber nicht so sein, brechen Sie den Vorgang sofort ab und gehen zum Tierarzt!
Ampullen
Einige Medikamente, sowie viele homöopathische Mittel werden heute in Ampullen- Form verschrieben. Diese sind vom Hersteller mit einem Punkt markiert, an dem die Sollbruchstelle eingeritzt ist. Drehen Sie den Punkt zu sich und brechen den Kopf der Ampulle in die entgegengesetzte Richtung ab. Dann können Sie das Mittel mit Hilfe der Pipette oder Spritze leicht entnehmen und wie oben beschrieben eingeben. Die Reste verschließen Sie mit Tesafilm und bewahren ihn bis zur nächsten Verabreichung senkrechter Lage, (z. B. in einem Schnapsglas) im Kühlschrank auf.
Salben, Tinkturen, Sprays
Um diese Mittel zu verabreichen, verwenden Sie am besten Wattestäbchen (bei kleinen Flächen) oder Wattetupfer eventuell auch den Finger bei größeren Flächen, um diese Mittel aufzutragen oder zu verstreichen.
Wenn das Gefieder eingesprüht werden muss, sollte dies in einem Abstand von 20 cm geschehen. So wird der Sprühstrahl weicher und die einzelnen Tröpfchen verteilen sich besser. Um einen Vogel gegen Parasiten zu behandeln, muss das Gefieder angehoben werden, um mit den Mitteln auch die Haut zu erreichen. Wärmen Sie das Sprühmittel vorher etwas an.
Inhalieren
Um dem Vogel eine Inhalation anzubieten, kochen Sie bitte einen Sud z.B. aus Kamille und stellen das Gefäß mit dem heißen Inhalt in den Käfig. Das Gefäß sollte mit einem engmaschigem Gitter oder einem Sieb abgedeckt werden. Um die Dämpfe im Käfig zu halten, legen Sie ein dickes Handtuch oder eine Decke um den Käfig. Diese Inhalation sollte täglich bis zur Besserung 15 bis 30 Minuten stattfinden.
Durch Aufplustern des Gefieders und anschließendes Schütteln zeigt er, dass er sich freut, dass Sie wieder da sind.
Wellensittiche sind begnadete Flugkünstler. Sie fliegen schnell, ausdauernd und können ihre Flugrichtung mit einem perfekten Schwenk ändern.
Bei Vögeln, die Spektakel machen, um beachtet zu werden, ist es wichtig, dass der Vogel keine Aufmerksamkeit bekommt, solange er schreit. Denn er würde das unerwünschte Verhalten in Zukunft nur verstärken.
Achten Sie darauf, dass Ihr Vogel nur für ihn geeignetes, unverdorbenes Futter erhält. Auch wenn er gern von Ihrem Essen nascht: Salzige, scharfe Nahrung sowie Alkohol sind absolut tabu!!
Verpaaren Sie keine zu jungen Vögel.
Bieten Sie dem Vogel das Trinkwasser im Winter nur in Gefäßen an, in denen sie nicht baden können!!!
Verwenden Sie niemals Sandpapierhüllen auf den Sitzstangen! Dadurch reiben sich die Vögel die empfindlichen Fußballen schnell wund!
Krallendeformationen können entstehen durch Verletzungen, Entzündungen oder Räude - und Pilzerkrankungen des Nagelbettes, durch mangelnde Krallenpflege sowie durch fehlende Abnutzung infolge von Bewegungsmangel.
Versuchen Sie soweit wie möglich Unfälle und Rangkämpfe zu verhindern. Stärken Sie durch artgerechte Haltung und vollwertige Ernährung die Abwehrkräfte des Vogels. Gewähren Sie ihm ausreichend Sonnenlicht ohne die UV- filternden Glasscheiben.