Der gesunde Wellensittich

Die Beurteilung des Vogels

Für jeden Vogelliebhaber ist es wichtig, den genauen Gesundheitszustand eine Tieres beurteilen zu können.

Das ist gar nicht so leicht, denn Vögel sind im Verbergen von Krankheiten wahre Meister und bei scheinbar gesunden Tieren werden oft zu spät die Krankheitsanzeichen sichtbar.

Dieses Verhalten ist einer der Urinstinkte des Vogels, um sich vor Angreifern zu schützen, die sich immer nur auf die Schwachen oder kranken Tiere konzentrieren. Würde ein Vogel seine Schwäche zugeben, wäre er eine leichte Beute und sofort Ziel eines Angriffs.

Darum erfordert es bei Vögeln viel mehr Aufmerksamkeit als bei anderen Tieren, zwischen gesund und krank zu unterscheiden.

Worauf muss ich achten??

VERHALTEN

Gesund: Der Vogel ist aktiv und nimmt Anteil an seiner Umgebung.

Krank: Der Vogel ist wenig aktiv sitzt still da und hat auch am Tage den Kopf im Gefieder.


GEFIEDER

Gesund: Das Gefieder ist glatt, glänzend und vollständig.

Krank: Das Gefieder ist leicht gesträubt und unvollständig (kahle Stellen).

AUGEN

Gesund: Die Augen sind glänzend und geöffnet.

Krank: Die Augen sind trübe und leicht geschlossen.


FUTTER -UND WASSERAUFNAHME

Das Trinkverhalten

Soviel Wasser braucht Ihr Welli:

"Geben Sie Ihrem Welli pro Tag fünf Tropfen ins Trinkwasser", so oder ähnlich lauten Anweisungen, die Sie erhalten, wenn Sie Ihrem Vogel Medikamente geben müssen. Doch fünf Tropfen auf wie viel Wasser? Das hängt wiederrum vom Trinkverhalten des Wellis ab. Nur wenn der Tierarzt weiß, wieviel der Vogel trinkt, können Medikamente richtig dosiert werden.

Der Wasserbedarf eines Wellensittichs wird allerdings durch verschiedene Faktoren bestimmt. Der Durst hängt unter anderem vom Alter, dem Futter, seiner Art und der Haltung ab.Vögel die aus trockenen Regionen stammen, benötigen weniger Wasser als Vögel die aus den Tropen kommen. Den größten Durst haben Jungvögel in den ersten Tagen nach dem Schlupf. Ein weiterer Faktor ist das Futter. So enthalten Obst, Salat, oder Gemüse viel Wasser und Ihr Vogel kann seinen größten Bedarf an Flüssigkeit hier decken.

Auch die Zusammensetzung des Futters spielt eine Rolle. Fette Sämerein sind in der Regel auch proteinreich. Nimmt ein Vogel viele Proteine auf, muss er auch viel trinken, denn Rückstände aus dem Proteinstoffwechsel (z.B. Harnsäure ) müssen über die Nieren mit viel Flüssigkeit ausgeschwemmt werden. Auch Wärme (Hitze) macht Durst. Außerdem steigern Bewegung und die Gesellschaft anderer Vögel die Wasseraufnahme. Zusätze wie Medikamenten oder Vitamine können dem Vogel allerdings den Durst verleiden. Dann ist es auch besonders wichtig herauszufinden, "wieviel trinkt mein Vogel eigentlich normalerweise?"

Bei einem Wellensittich liegt der tägliche Wasserbedarf bei 2,10 bis 3.60 ml pro Tier und Tag.

AUSSCHEIDUNGEN

Gesund: Die Farbe und Form sind normal.

Krank: Der Kot ist zu weich oder zu hart, viel Flüssigkeit.

DER SCHNABEL

Gesund: Der Schnabel ist glatt und ohne Auflagerungen.

Krank: Der Schnabel ist rissig spröde mit Auflagerungen verformt oder weich.

DIE NASE

Gesund: Glatt und ohne Auflagerungen.

Krank: Rauh mit Auflagerungen, Verfärbungen, verstopfte Nasenlöcher.

BEINE UND ZEHEN

Gesund: Glatt ohne Auflagerungen.

Krank: Dicke Schuppen, Krusten, graue Auflagerungen, geschwollen dick, schwarze Zehen.

Auch der Ernährungszustand gibt wichtige Hinweise über die Gesundheit. Wenn man die Brust des Vogels abtastet, dann muss die Muskulatur fest und rund sein. Der Brustbeinkamm darf nicht scharf hervorspringen.

Unterschiede der Arten

Papageien

Zu den Papageien gehören die eigentlichen Papageien mit den Sittichen, auch die Kakadus und die Loris. Sie haben einen sehr kräftigen, harten und beweglichen Schnabel. Bei einem gesunden Vogel befinden sich keine Futterreste am Schnabel oder im Schnabelwinkel. Unterhalb der Augen sind keinerlei Schwellungen zu sehen. Die Ausscheidungen bestehen aus dem deutlich voneinander zu unterschiedenen festen Kot, dem cremig-weißen- Urat und dem wenig klar-flüssigem Urin. Während kleinere Arten 25- 50mal pro Tag Kot absetzen, begnügen sich größere Arten wie Aras mit 8-15 mal. Die Papageien klettern und fliegen gern, einige sind gute Nachahmer. Die geselligen Vögel zeigen starke Anteilnahme an ihrer Umgebung, freuen sich über Spielzeug und können sehr zahm werden. Erscheint ein sonst scheuer Vogel aber zutraulich, kann dies ein Hinweis auf eine Krankheit sein.

Körnerfresser

Zu den sogenannten Körnerfressern zählen Kanarienvögel und andere Finken, Prachtfinken, Weber und Ammern. Diese sind im allgemeinen lebhafter als die Papageien und haben einen höheren Bewegungsdrang. Mit viel Geduld können einige Arten recht zutraulich werden, sie werden aber nie so zahm wie Papageien. Will man einen dieser quirligen Gesellen ergreifen, wird er immer weg fliegen. Bleibt er aber, ist er mit Sicherheit schwer krank.

Kot wird regelmäßig abgesetzt und ist von eher breiiger Konsistenz. Der weißliche Uratanteil ist deutlich davon zu unterscheiden.

Weichfresser

Weichfresser wie Beos oder Nachtigallen sind sehr lebhafte und anspruchsvolle Tiere. Sie brauchen viel Platz zum Hüpfen und Fliegen, verstecken sich aber auch im Gebüsch. Bis auf wenige Arten (z. B. Beos) bleiben diese eher scheu.

Futter und Ausscheidungen werden weit umhergeschleudert. Dies Ausscheidungen sind weich bis dünnflüssig dennoch kann man Kot- und Uratanteil deutlich unterscheiden.

Außerdem gibt es noch die Rescue Tropfen mit den Bestandteilen, Cherry Plum, Clematis, Impatiens, Rock Rose, Star of Bethlehem.

Weitere empfohlene Mittel

Name: Arnica - Tinktur (Plantavet)
Inhaltsstoffe: Tinctura Arnicae
Anwendung: stumpfe Verletzungen wie Quetschungen, Verstauchungen, Blutergüsse, Ohrenentzündungen

Name: Catosal (Bayer)
Inhaltsstoffe: Bufafosfan, Cyanocobalamin, Mythyl- 4- hydroxybenzoat, Phosphor
Anwendung: Stoffwechselstörungen, Entwicklung - und Ernährungsstörungen der Jungtiere; bei Überanstrengungen und Erschöpfung.

Name: Exner Petguard (Exner)
Inhaltsstoffe: Wasser, Fett, Molkeeiweiß, Zucker - Monohydrat, Asche
Anwendung: ökologische Pflegemittel bei Ungezieferbefall, Hautpflege.

Name: Hepsan - Sirup (Minden)
Inhaltsstoffe: N - Acetyl - DL - menthionin, Cholinsalz, Riboflavin, Nicotinamid, Cyanocobalamin,
Anwendung: chronische, subakute, leicht akute Leberentzündung, Fettleber, Leberzirrhose, Leberschutz

 

Tipps und Hinweise

Vermeiden Sie Erdnüsse mit Schalen, da diese oft Aspergillus- Pilzsporen enthalten.

Geben Sie Ihrem Papagei keinesfalls nur Sonnenblumenkerne! Diese sind sehr fetthaltig und führen schnell zu Mangelsituationen.

Zugeflogene Wellensittiche werden in Deutschland als Fundsache behandelt, das heißt, sie sind immer noch Eigentum des ursprünglichen Besitzers. Da in Deutschland alle Sittiche amtliche Ringe tragen müssen, kann über den Züchter eventuell der ursprünglichen Besitzer ausfindig gemacht werden.

Bitte verfütteren Sie auf keinen Fall folgende Frischkost:

Avocado (zu fettig und in Kernnähe giftig für Vögel), frische Datteln (zu viele Gerbstoffe), Grapefruit, Pampelmuse, Pomelo (zu säurehaltig und bitter), Kumquat (zu säurehaltig), Passionsfrucht (fast alle Arten enthalten zu viel Säure), unreife Kaki beziehungsweise Sharon (zu viele Gerbstoffe), Zitrone (viel zu säurehaltig)

Wellensittiche haben drei Augenlider. Das obere, das untere und ein seitliches Augenlid das bei Bedarf quer über das Auge verläuft, um es zu schützen.

Wellensittiche sind warmblütige Tiere. Die normale Körpertemperatur beläuft sich auf etwa 41 Grad Celsius, und ist somit höher als bei anderen Haustieren wie Hund oder Katze.

Mangel an Vitamin A entsteht durch ausschließliche Körnerfutterung.

Mangel an Vitamin D³ entsteht durch zu wenig direktes Sonnenlicht (Fensterscheiben absorbieren UV-Strahlung).

Leitern und Schaukeln fördern die Bewegung und beugen einer Verfettung Ihrer Vögel vor.

Waagerechte, verzinkte Metallstangen im Käfig sorgen für eine gute Durchsicht und sind eine gute Kletterhilfe für Ihren Vogel!

Säuberen Sie jeden Morgen Trink- und Futtergefäße mit lauwarmen Wasser und bieten Sie stets frisches Futter an.

Wellensittiche sind Gesellschaftstiere. Um sich sicher fühlen zu können, brauchen sie die Schar. So gesehen verbietet sich Einzelhaltung von allein.

Die Nestlingszeit bei Wellensittichen dauert bis zu 32 Tagen.

Temperaturen unter 0° C überstehen Wellensittiche, weil sie sich in ihrer Schar nachts dicht aneinander kuscheln.