Praxis für den Vogelhalter

ACHTUNG: Die Selbstuntersuchung sollte nur mit Erfahrung durchgeführt werden, und erspart nicht den Weg zum Tierarzt!!!!

Die Gesundheit eines Vogels sollte das Anliegen eines jeden verantwortlichen und verantwortungsbewussten Tierhalters sein.

Um Krankheiten rechtzeitig zu erkennen und eventuell erste Maßnahmen zu ergreifen, braucht es aber auch ein gutes Wissen und ruhiges Handeln.

Außerdem finden Sie hier Tipps und Tricks zur Vorbeugung von Krankheiten und die richtigen Pflegemaßnahmen. Außerdem Tipps zur richtigen Behandlung, die aber nicht den Tierarztbesuch ersetzen.

Die Untersuchung

Wenn Ihr Vogel plötzlich stiller als üblich dasitzt, teilnahmslos ist, Futter oder Wasser verweigert oder sich der abgesetzte Kot in Farbe, Form oder Geruch verändert hat, sollten Sie Ihren Vogel genauer untersuchen bzw. beobachten. Wenn Sie sich dies nicht zutrauen, suchen Sie bitte umgehend einen Tierarzt auf. Falls doch, beginnen Sie damit dass Sie den Vogel von den anderen Vögeln in der Voliere trennen und ihn in eine ruhige und warme Umgebung bringen, wo Sie ihn gut beobachten können, ohne ihn zu berühren.

Fangen des Vogels

Wenn Ihr Vogel nicht handzahm ist, ist es notwendig ihm weiteren Stress zu ersparen. Das heißt, wenn Sie ihn einfangen müssen, sollte dies möglichst schnell und vorsichtig geschehen. Am einfachsten wird es gehen, wenn Sie vorher alle Einrichtungsgegenstände bis auf zwei Stangen entfernen. Dunkeln Sie den Raum ab und lassen Sie nur ein kleines Licht brennen, so dass Sie noch ausreichend sehen können. Vögel sind im Dunkeln blind, so sieht er Sie nicht, wenn Sie im Dunkeln nach ihm greifen. Sie ersparen ihm eine Menge Stress. Versuchen Sie sich leise mit der Hand dem Vogel zu nähern und greifen Sie ihn von hinten.

Können Sie den Raum nicht abdunkeln oder befindet sich der Patient in einer Voliere, versuchen Sie ihn mit einem Tuch in einer Ecke zu erwischen. Sie werfen das Tuch über den Vogel und halten ihn fest. Achten Sie hierbei darauf, dass Sie nicht zu fest zudrücken. Das kann bei den empfindlichen Vögeln Atemstillstand und den Tod verursachen.

Vorbereitung zur Untersuchung

Für die Untersuchung nehmen Sie den Vogel in die linke Hand, bringen ihn in die Rückenlage und fixieren den Kopf zwischen Daumen und Zeigefinger.

Seien Sie auf der Hut vor den kräftigen Schnäbeln und wehrhaften Krallen der großen Papageien wie Aras oder Kakadus. Bedenken Sie, dass diese Vögel professionelle Nussknacker sind und Ihre Finger glatt Durchbeißen könnten. Deshalb ist es sicherer, schnell ein dickes Handtuch um den Kopf des Vogels zu wickeln und den Vogel samt Handtuch mit Daumen und Zeigefinger von hinten fest um den Kopf zu fassen und nicht wieder loszulassen. Eine wirklich zuverlässige Hilfsperson kann hierbei von Vorteil sein.

Wenn Sie den Papagei sicher am Beißen hindern wollen, können Sie auch kurzfristig zu einer drastischen Methode greifen. Hierbei lassen Sie den Vogel auf einen dickeren Stock beißen und wickeln dann schnell aber vorsichtig und fest eine Schnur um den Ober - und Unterschnabel, um ihn auf diese Weise zusammenzubinden.

Diese Maßnahme ist auch nützlich wenn Sie einen Papagei zwangsernähren müssen.

Die Untersuchung

Wenn Sie den Vogel nun im Griff haben, können Sie eine erste Beurteilung des Federkleides durchführen, indem Sie das Gefieder leicht anpusten, so dass Sie die darunter liegende Haut begutachten können.

Die weitere Untersuchung fangen Sie am Kopf an. Prüfen Sie die Nasenöffnungen, den Schnabel, dann die Augen und Bindehautsäckchen. Nach dem Öffnen des Schnabels werfen Sie einen Blick auf Zunge, Schleimhäute und Rachenbereich.

Danach tasten Sie vorsichtig Hals und Brust mit Daumen und Zeigefinger ab; anschließend die gesamte Oberfläche des Bauchbereiches. Danach werden After und Kloake begutachtet.

Auch die Gliedmaßen können Sie durch Abtasten auf Veränderungen hin untersuchen. Um Flügel und Beine zu prüfen, lassen Sie sie zwischen Daumen und Zeigefinger hindurchgleiten.

Die gesamte Untersuchung sollte äußert vorsichtig erfolgen, damit das geschwächte Tier nicht plötzlich an einem Schock stirbt.

Wichtig: Körpertemperatur und Puls können Sie bei einem Vogel nicht messen. Die normale Körpertemperatur beträgt bei einem gesunden Vogel je nach Art zwischen 40 und 44 °C, die Herzschlagfrequenz liegt je nach Größe und Aufregung zwischen 110 und 600 Schlägen pro Minute.

Tipps und Hinweise

Die normale Körpertemperatur beträgt bei einem gesunden Vogel je nach Art zwischen 40 und 44 °C, die Herzschlagfrequenz liegt je nach Größe und Aufregung zwischen 110 und 600 Schlägen pro Minute.

Durch Aufplustern des Gefieders und anschließendes Schütteln zeigt er, dass er sich freut, dass Sie wieder da sind.

Wellensittiche sind begnadete Flugkünstler. Sie fliegen schnell, ausdauernd und können ihre Flugrichtung mit einem perfekten Schwenk ändern.

Bei Vögeln, die Spektakel machen, um beachtet zu werden, ist es wichtig, dass der Vogel keine Aufmerksamkeit bekommt, solange er schreit. Denn er würde das unerwünschte Verhalten in Zukunft nur verstärken.

Achten Sie darauf, dass Ihr Vogel nur für ihn geeignetes, unverdorbenes Futter erhält. Auch wenn er gern von Ihrem Essen nascht: Salzige, scharfe Nahrung sowie Alkohol sind absolut tabu!!

Verpaaren Sie keine zu jungen Vögel.

Bieten Sie dem Vogel das Trinkwasser im Winter nur in Gefäßen an, in denen sie nicht baden können!!!

Verwenden Sie niemals Sandpapierhüllen auf den Sitzstangen! Dadurch reiben sich die Vögel die empfindlichen Fußballen schnell wund!

Krallendeformationen können entstehen durch Verletzungen, Entzündungen oder Räude - und Pilzerkrankungen des Nagelbettes, durch mangelnde Krallenpflege sowie durch fehlende Abnutzung infolge von Bewegungsmangel.

Versuchen Sie soweit wie möglich Unfälle und Rangkämpfe zu verhindern. Stärken Sie durch artgerechte Haltung und vollwertige Ernährung die Abwehrkräfte des Vogels. Gewähren Sie ihm ausreichend Sonnenlicht ohne die UV- filternden Glasscheiben.