Wohnen mit dem Wellensittich


























Sie sollten den Wellensittichkäfig an einen festen Ort stellen, damit der Vogel nicht ständigem Ortswechsel ausgesetzt ist. Hierfür eignet sich am besten das Wohnzimmer. Der Platz, an den Sie den Käfig stellen wollen, sollte folgende Bedingungen erfüllen:

Wählen Sie einen hohen Platz aus, so dass der Vogel in Gesichtshöhe eines Erwachsenen steht. Das gibt ihm ein Gefühl der Sicherheit. Ein niedriger Standort macht ihm Angst, denn alles was sich über seinem Kopf abspielt, empfindet der Vogel als Bedrohung.

Stellen Sie den Käfig auf einen festen Untergrund z.B. auf einen Schrank oder ein an der Wand solides befestigtes Brett.

Wählen Sie einen hellen Platz aus, der aber nicht in der prallen Sonne sein sollte.

Den Käfig nicht direkt an ein Fenster stellen, denn Zugluft - auch die leichteste- macht ihn krank. Auch weil es im Sommer dort zu heiß und im Winter zu kalt ist.

Das Zimmer, in dem der Käfig steht, sollte gut durchgelüftet werden, aber achten Sie darauf, dass die Temperatur konstant bleibt. Temperaturen, die plötzlich steigen oder sinken, machen der Vogel krank.

Als Lebensraum ungeeignet für einen Wellensittich ist die Küche. Denn Herdplatten oder offene Töpfe sind eine große Gefahr. Kochdämpfe können sie nicht vertragen. Auch Kinderzimmer sind ungeeignet, da der Vogel meistens allein ist.

In der Natur sind Wellensittiche wahre Flugkünstler. Die Möglichkeit zum Fliegen sollte ihm nicht genommen werden. Um für ein gefahrloses Flugvergnügen zu sorgen, sollten Gefahrenquellen beseitigt werden.


Gefahrenquelle Gefahr für den Vogel Abhilfe
Badezimmer offenes Fenster, offenes WC (Vogel kann reinfallen und ertrinken) Badezimmer schließen.
Bücherregal Fällt er hinter die Bücher, kann er sich nicht aus eigener Kraft befreien. Bücher mit Kontakt an die Wand stellen und zwei Bücher Querlegen als evtl. Ausschlupf.
Fliegenfänger Vogel kann sich dran hängen und die Federn verkleben Auf Fliegenfänger verzichten.
Fußboden Vogel kann aus Versehen zertreten werden Sich vor Betreten des Zimmers versichern, wo der Vogel sitzt.
Gefäß mit Wasser Der Vogel kann hinein fallen und ertrinken. Gefüllte Gefäße abdecken. Während des Putzens der Wohnung im Käfig lassen.
Gifte Vergiftung durch: Alkohol, Bleistifte, Blei, filz, Kugelschreiber, Klebe, Lösungsmittel, Pflanzendünger, Putzmittel, starke Gewürze. Alles für den Vogel unerreichbar aufbewahren.
Insektenspray Vergiftung, kann am ausströmenden Spray ersticken. Im Wohnbereich des Vogels auf Sprays verzichten.
Kerzenlicht kann beim Durchfliegen Feuer fangen und umkommen. Auf Kerzen beim Freifliegen verzichten.
Offene Türen Vogel kann bei Schließen der Tür zerquetscht werden, denn dort sitzt er gerne. Türen geschlossen halten und sich Vorsicht beim Betreten oder Verlassen des Raumes angewöhnen.
Papierkorb, Ziergefäße Vogel kann reinfallen und sich nicht befreien. Er kann verhungern oder aus Angst einen Herzschlag bekommen Korbware verwenden, dort kann der Vogel rausklettern, Ziergefäße mit Sand füllen.
Schränke, Schubladen Vogel sucht Brutplatz, schlüpft durch engste Spalten und kann eingeschlossen werden. Schränke und Schubladen nie offen lassen.
Spitze Gegenstände Kann sich daran verletzen und verbluten. Alle spitzen Gegenstände für den Vogel unerreichbar aufbewahren.


Was ein Wellensittich alles kann

Wellensittiche sind begnadete Flugkünstler. Sie fliegen schnell, ausdauernd und können ihre Flugrichtung mit einem perfekten Schwenk ändern. Wenn sie am Boden sind, bewegen sie sich mit kleinen Tippelschritten vorwärts. In Bäumen zeigen sie wahre Kletterkünste. Der Schnabel dient ihnen als eine Art Haken oder Stütze mit dem sie überall Halt finden. Auch bei der Körper und Gefiederpflege zeigen sie akrobatische Leistungen. Alle Körperpatien können mit dem Schnabel erreicht werden. Die hinteren Federfronten kann durch eine 180 Grad Kopfdrehung erreicht und gepflegt werden.

Die Körpersprache

Wellensittiche verständigen sich untereinander, aber auch mit ihrem Menschen, mittels Körpersprache. Achten Sie auf diese Signale, die der Vogel von sich gibt, dann wissen Sie immer wie es Ihrem Vogel gerade geht. Beenden einer Ruhephase wird angezeigt, wenn er seine Beine und Flügel nach hinten ausstreckt. Hebt er beide Flügel nach oben seitwärts ab, zeigt er das es ihm gut geht. Durch Aufplustern des Gefieders und anschließendes Schütteln zeigt er, dass er sich freut, dass Sie wieder da sind.



Auch durch Laute machen sich Wellensittiche verständlich

Angstangriff Laut Der Laut klingt wie ein kurzes Gackern und ist zu hören, wenn sich der Vogel durch Artgenossen bedrängt oder bedroht fühlt. Er signalisiert "Gib den Weg frei!"
Bettellaut Zu hören ist ein leises, gluckerndes, Wimmern. Junge Wellensittiche und Weibchen geben damit zu verstehen, dass sie vom Partner gefüttert werden wollen.
Futterlaut Wenn ein Männchen ein Weibchen füttern möchte, gibt dieses leise, hohe Pieptöne von sich und umtrippelt das Weibchen, dabei nickt er mit dem Kopf auf und ab.
Verlangenslaute Er ist kurz und durchdringend und teilt dem Partner mit "Komm zu mir!"
Warn- oder Alarmruf Ein Warnruf ist ein heller, kurzer aber sehr schriller Ruf. Er kündigt Gefahr an und signalisiert "Bloß weg hier!"
Gezeter Hiermit zeigt der Vogel, dass er mit irgend etwas nicht so recht zufrieden ist. Aber auch wenn überschüssige Energie vorhanden ist, wird dieses Gezeter benutzt, um sie abzubauen. Hier kann aber auch ein Freiflug Hilfe bringen, diese abzubauen.
Niesen Jeder Vogel niest von Zeit zu Zeit, um die Atemwege frei zu machen. Doch wenn dem Vogel Nasensekret ausfließt, könnte er erkältet sein.
Gähnen Auch Wellensittiche sind mal müde und signalisieren dies, genau wie wir Menschen, durch Gähnen. Aber er gähnt auch, wenn der Sauerstoffgehalt im Raum zu gering ist. Frischluftzufuhr schafft hier schnell Abhilfe. Aber Vorschicht: Keine Zugluft!


Die fünf Sinne des Vogels

Sehen: Wellensittiche sehen genau wie wir Menschen farbig. Sie können in der Sekunde 150 Bilder aufnehmen, während wir Menschen pro Sekunde nur 16 Bilder sehen.

Hören: Wellensittiche hören sehr gut. Dies ist auch sehr wichtig, denn Gesänge und Rufe sind lebenswichtig für sie. Wellensittiche z. B. hören von 400 bis etwa 20.000 Hertz.

Tasten: Wellensittiche haben einen sehr guten und stark ausgeprägten Tastsinn. Dem Weibchen nützen sie, denn sie spüren die Bewegung ihrer Brut und auch bei der Nahrungssuche am Boden bemerken sie durch Vibrationen ihre Feinde.

Schmecken: Wellensittiche empfinden offenbar tatsächlich geschmackliche Unterschiede, die jedoch nicht mit dem des Menschen verglichen werden können. So lieben Wellensittiche alles was salzig ist, aber auch Süßes wird gerne genommen. Zwar dürfen sie diese Sachen nicht, aber ein Stück Obst, trockener Keks oder auch ein vom Teller gefallenes Körnchen Salz darf er hin und wieder haben.

Riechen: Ob Wellensittiche einen Geruchssinn haben, ist bis jetzt noch nicht bekannt. Jedoch wird bei einigen Vögeln ein aufmerksames Verhalten bemerkt, wenn diese wiederkehrende Gerüche bemerken.


Was Wellensittiche mögen und was sie fürchten

Das mögen Wellensittiche:

Einen Artgenossen
Immer zur gleichen Zeit versorgt zu werden
Mit Leckerbissen wie z. B. Kolbenhirse verwöhnt zu werden.
Zweige die er benagen kann
Viel Freiflug und einen geräumigen Käfig
Leises, beruhigendes auf ihn Einreden
Trautes Beisammensein mit "seinem" Menschen

Während des Freifluges und auf dem Freisitz eine unveränderte Umgebung vorzufinden
Erhöhte Sitzmöglichkeiten, auf denen er einen guten Ausblick ins ganze Zimmer hat
Beschäftigung, damit keine Langeweile aufkommt

Das fürchtet der Wellensittich:

Allein sein, denn Wellensittiche sind sehr gesellige Vögel
Wenn Sie sich stumm nähern
Alles Neue z. B. Stehlampen, Pflanzen.... Neuanschaffungen immer weit weg stellen, damit er sich erst daran gewöhnen kann
Ungewohnte Geräusche wie Maschinenlärm, Motoren und Hundegebell
Erschütterungen. Den Käfig niemals auf dem Kühlschrank oder auf einer laufenden Waschmaschine abstellen
Mit der Hand in den Käfig greifen oder durchs Zimmer gejagt werden.
Andere Haustiere, die einen ausgeprägten Jagdinstinkt haben, z. B. Hunde oder Katzen

Antworten ohne Worte

Wellensittiche zeigen, dass sie verstehen, wenn Sie mit ihnen reden.
Ihr Wellensittich muss nicht sprechen können, um Sie zu verstehen.
Wellis beobachten genau und bringen das was Sie ihm erzählen in den richtigen Zusammenhang.
Wichtig ist, Blickkontakt mit Ihrem Welli zu halten, wenn Sie mit ihm sprechen. Denn Blickkontakt schafft Aufmerksamkeit.

Dies führt zu einem Vertrauensverhältniss zwischen Ihnen und Ihrem Welli.

Probleme gibt es meist nur dann, wenn Sie mit Ihrem Welli in der Babysprache sprechen oder eine falsche Betonung haben. Wellis sind sehr intelligent und lernen schnell.


Wellis und Zimmerpflanzen

Im Zimmer, in dem der Vogel fliegt, sollte darauf geachtet werden, welche Pflanzen dort stehen. Denn einige Pflanzen sind giftig oder unverträglich für Wellensittiche. Auch sollten keine Zweige verwendet werden, die von gespritzten Obstbäumen, oder von stark befahrenden Straßen sind.

Giftige Pflanzen sind: Becherprimeln, Brechnußbaum, Catharanthus, Christusdorn, alle Diffenbachia-Arten, Eibe, Hyazinthe, Immergrün, Madagaskar-Immergrün, Madagaskar-Palme, alle Nachtschattengewächse, Narzissen, Oleander, Beeren der Spitzblume, Weihnachtsstern, Wunderstrauch, Beeren vom Zierspargel,

Unschädliche Pflanzen sind: Blattpelargonie, Fleißliches Lieschen, Flinker Heinrich, Grünlilie, Hibiskus, Scheirebe, Zimmerlinde, Zimmerwein.

Bei folgenden Pflanzen sollte Vorsicht geboten sein. Sie sind zwar nicht giftig, enthalten aber schleimhautreizende Stoffe die dem Wellensittich Schaden können: Efeu, Fensterblatt, Flamingoblume, Goldtrompete, Kolbenfaden, Philodendron, Schefflera.

Vorsicht ist auch bei Kakteen geboten, da sich der Wellensittich an den Stacheln und Dornen verletzen und verbluten kann.

Tipps und Hinweise

Wellensittiche haben drei Augenlider. Das obere, das untere und ein seitliches Augenlid das bei Bedarf quer über das Auge verläuft, um es zu schützen.

Wellensittiche sind warmblütige Tiere. Die normale Körpertemperatur beläuft sich auf etwa 41 Grad Celsius, und ist somit höher als bei anderen Haustieren wie Hund oder Katze.

Mangel an Vitamin A entsteht durch ausschließliche Körnerfutterung.

Mangel an Vitamin D³ entsteht durch zu wenig direktes Sonnenlicht (Fensterscheiben absorbieren UV-Strahlung).

Leitern und Schaukeln fördern die Bewegung und beugen einer Verfettung Ihrer Vögel vor.

Waagerechte, verzinkte Metallstangen im Käfig sorgen für eine gute Durchsicht und sind eine gute Kletterhilfe für Deinen Vogel!

Säuberen Sie jeden Morgen Trink- und Futtergefäße mit lauwarmen Wasser und bieten Sie stets frisches Futter an.

Wellensittiche sind Gesellschaftstiere. Um sich sicher fühlen zu können, brauchen sie die Schar. So gesehen verbietet sich Einzelhaltung von allein.

Die Nestlingszeit bei Wellensittichen dauert bis zu 32 Tagen.

Temperaturen unter 0° C überstehen Wellensittiche, weil sie sich in ihrer Schar nachts dicht aneinander kuscheln.

 
Vitaminmangel führt unweigerlich zu Störungen und Erkrankungen.


Mangel an Vitamin E entsteht durch ranziges Futter.